Steuerung Kosten Brennstoffzellenheizung

Was kostet eigent­lich eine Brenn­stoff­zellen­heizung?

Die Kalkulation der Kosten einer Brennstoffzellenheizung besteht aus vielen Positionen: die Anschaffung des Gerätes, die Kosten für den Einbau, die Demontage der alten Heizung oder die Anpassung der Infrastruktur in dem Gebäude. Hier gibt es konkrete Zahlen, mit welchen Beträgen Sie rechnen müssen.

Brennstoffzellenheizung: Ökologisch sinnvoll

Die Investition in eine neue Heizungsanlage verlangt eine gründliche Planung – unabhängig davon, ob es sich um den Ersatz für eine bestehende Anlage handelt oder eine Erstanschaffung in einem Neubau. Denn eine neue Heizung soll mindestens 15 Jahre ihren Dienst tun, gerne länger. Dabei soll sie zum einen wirtschaftlich sinnvoll sein. Nach der Heizungssanierung möchte man zumindest langfristig weniger für das Heizen bezahlen als bisher. Die Investition soll sich lohnen. Zum anderen möchte man als Eigentümer eine langfristig saubere also ökologische Lösung anschaffen, die dem Gedanken des Klimaschutzes gerecht wird. Dieses schreiben inzwischen ohnehin bundes- bzw. landesgesetzliche Regelungen vor. Neue Heizungen müssen auf das erklärte Ziel einer Wärmewende einzahlen. Sie müssen hocheffizient sein und in möglichst großem Umfang erneuerbare Energien nutzen, um die Emission von Kohlendioxyd auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Vor allem wenn Brennstoffzellenheizungen komplett mit Biogas betrieben werden, sind sie komplett klimaneutral. Das leisten ansonsten nur Pelletheizungen, diese bieten jedoch wesentlich weniger Komfort. Denn Brennstoffzellenheizungen sind leise, sauber und benötigen nicht ständig Nachschub.

Die Geräte nutzen Erdgas, das in einem eingebauten Reformator zu Wasserstoff umgewandelt wird. Dieser Wasserstoff wird zum Betrieb einer Brennstoffzelle genutzt. Der Vorteil: Wenn Heizungswärme erzeugt wird, wird gleichzeitig Strom produziert. Brennstoffzellenheizungen sind grundsätzlich wärmegeführt. Das bedeutet: Strom wird dann erzeugt, wenn Wärmeenergie für das Heizen oder die Warmwasserversorgung benötigt wird. Die Kombination aus Wärme- und Stromerzeugung erhöht in jedem Fall die Effizienz der eingesetzten Energie. Die Technologie der Brennstoffzellenheizung wird in diesem Beitrag genauer erklärt.

Funktionsweise einer Brennstoffzellenheizung
Schematische Darstellung der Funkionsweise einer Brennstoffzellenheizung

Mit der Brennstoffzellenheizung wird also in jedem Fall der ökologische Aspekt der Anforderungen erfüllt. Wie aber steht es um den wirtschaftlichen Aspekt? Kann man eine Investition in diese Technik auch mit schwarzen Zahlen begründen? Eine berechtigte Verbraucherfrage, die wir im Folgenden mit konkreten Zahlen unterlegen wollen.

Mit welchen Kosten muss man bei der Anschaffung einer Brennstoffzellenheizung rechnen?

Bei der Berechnung der Kosten für die Anschaffung und den Einbau einer Brennstoffzellenheizung kann man keine pauschalen Angaben machen. Denn die baulichen und technischen Voraussetzungen sind bei jedem Gebäude einzigartig, was allgemein gehaltene Preisangaben erschwert. Für die folgenden Preise haben wir daher Von-bis-Angaben aus unseren bisherigen Angeboten und Installationen ermittelt. Grundsätzlich basieren die folgenden Angaben auf einer Reihe von baulichen Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Sollten diese ganz oder teilweise nicht erfüllt sein, muss von entsprechenden Abweichungen ausgegangen werden.

Grundsätzliche Voraussetzungen für die Kostenkalkulation

Die hier genannten Kostenrahmen beziehen sich auf eine Immobilie, bei der bereits ein zentrales Heizungsverteilsystem mit Zu- und Ablauf, Heizkörpern usw. vorhanden ist. Außerdem setzen wir eine zentrale Warmwasserbereitung voraus, also dass ein entsprechendes Rohrsystem in dem Gebäude verlegt wurde. Wie beschrieben, wird eine Brennstoffzellenheizung mit Erdgas betrieben. Deshalb setzen wir den Anschluss des Gebäudes an das Gasnetz voraus sowie einen Kamin für die Zu- und Abluft. Sollte dieses nicht vorhanden sein, entstehen Mehrkosten. Für den Betrieb der Anlage ist außerdem ein Zugang zum Internet notwendig. Konkret wird ein W-LAN benötigt. Diese Funktion hat den komfortablen Nebeneffekt, dass die Steuerung und das Monitoring der Anlage über eine App auf Smartphone oder Tablet möglich ist.

Bei der Kostenkalkulation sind wir außerdem von einem Gebäude ausgegangen, das man als typisches Ein- bzw. Zweifamilienhaus bezeichnen kann. Deswegen wurde der in einem solchen Gebäudetyp normalerweise anfallende Wärme- und Strombedarf zugrunde gelegt. Eine letzte Voraussetzung betrifft den Raum, in dem die Brennstoffzellenheizung aufgestellt werden soll. Dieser sollte mindestens 2,10 m hoch sein.

Kosten beim Einbau einer Brennstoffzellenheizung

Anschaffung: Kosten für die Brennstoffzellenheizung

Die Brennstoffzellenheizung besteht aus einem kompakten Kasten mit dem Maßen 0,60 x 1,2 x 1,8 m (B x H x T). Aktuell bieten Erdgas Südwest das Modell Vitovalor PT2 des Herstellers Viessman an. 

In der kompakten Anlage befindet sich neben der Brennstoffzelle ein Warmwasserspeicher aus Edelstahl mit 220 l Volumen sowie ein Gasbrennwertkessel. Dieser wird mit Erdgas betrieben und tritt in Aktion, wenn im kalten Winter die Leistung der Brennstoffzelle nicht ausreicht, um die Immobilie mit ausreichend Wärme zu versorgen.  Außerdem gehören zu der Brennstoffzellenheizung weitere Peripheriegeräte: Pumpen für den Umlauf des Warmwassers, das Ausdehnungefäß und weiteres Zubehör. Die genannten Preise beziehen sich auf die Modelle Vitovalor PT2 des Herstellers Viessman.

Dieser bietet außerdem mit dem Modell Vitovalor PA2 eine Lösung als Beistellgerät. Damit kann die Brennstoffzelle neben einem bereits bestehenden Gasbrenngerät betrieben werden.

Vorbereitung: Demontage der alten Heizungsanlage und Bereitstellung eines Provisoriums

Bevor bei einer Heizungssanierung die neue Heizung eingebaut werden kann, muss die alte Anlage entfernt und ordnungsgemäß entsorgt werden. Das betrifft bei einer Ölheizung auch die nicht mehr benötigten Heizöltanks und das darin befindliche Heizöl. Außerdem wird in den meisten Fällen eine provisorische Heizung in Betrieb genommen. Damit ist ein Einbau auch in den kalten Wintermonaten möglich. Diese temporäre Anlage wird zumeist im Keller platziert. Die eigentliche Installation wird in den meisten Fällen innerhalb einer Woche vollzogen.

Einbau: Kosten für die Installation und Inbetriebnahme der Anlage

Der eigentliche Einbau wird von einem lizenzierten Fachbetrieb vor Ort unter Aufsicht eines Kundenbetreuers von Erdgas Südwest vorgenommen. Das ist ein entscheidender Vorteil bei Beauftragung von Erdgas Südwest: Als Kunde muss man sich nicht um die zuweilen komplizierte Koordinierung von Bestellung, Anlieferung, Ausbau der Altanlage, Einbau der Brennstoffzellenheizung, Einholung von Betriebsgenehmigung, Abnahmen, Fördermittelmanagement usw. kümmern. Erdgas Südwest bietet alle Dienstleistungen aus einer Hand und der Kunde kommuniziert nur mit einem Ansprechpartner. 

Folgende Tätigkeiten werden dabei ausgeführt

  • Heizungseinbindung inkl. Isolierarbeiten
  • Einbindung in das Warmwassersystem
  • Gasanschluss an die Gashausinstallation
  • Abwasseranschluss
  • Installation der Abgasanlage inkl. Zubehör
  • Elektroinstallation (Netzanschluss, Anschluss der Nebenaggregate, Netzwerkanschluss)
  • Anlagencheck, Inbetriebnahme, Abnahme, Einweisung
  • Wechsel der Thermostatventile an den Heizkörpern

Wartungspaket

Diese Kosten fallen nicht sofort beim Einbau an, sind aber für die Erstellung einer Gesamtkalkulation nicht zu vernachlässigen. Eine Brennstoffzellenheizung muss wie alle Heizungsanlagen turnusgemäß überprüft und gewartet werden. Dies betrifft insbesondere das Gasbrennwertgerät.

Fördermittelmanagement

Sehr positiv auf die Kosten schlägt natürlich die staatliche Förderung durch. Allerdings muss für das Management der Zuschüsse, also vor allem die Anfertigung und Beibringung diverser Antragsunterlagen, ein geringer Kostenansatz einkalkuliert werden.

Staatliche Förderung für die Brennstoffzellenheizung

Um den Einsatz erneuerbarer Energie bei der Wärmeerzeugung zu fördern bzw. die Effizienz der eingesetzten Energie zu erhöhen, kann man staatliche Förderung beantragen. Aktuell sind bei einem Einbau einer Brennstoffzellenheizung zwei Förderprogramme relevant.

  • Förderung des Einbaus einer Brennstoffzellenheizung mit dem KfW-Programm 433
    Mit dem  Programm Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wird die Heizungsmodernisierung bei Nutzung erneuerbarer Energien gefördert. Ein Teil dieses Programms (433) wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ausgeteilt. Bis zu 40 % der Kosten für eine Brennstoffzellenheizung und deren Einbau können damit bezuschusst werden. Die Förderhöhe ist abhängig von der elektrischen Leistung.
  • Förderung für die Stromerzeugung im Rahmen des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG)
    Weil eine Brennstoffzellenheizung neben Wärme auch Strom erzeugt, erhält man eine Förderung nach dem KWKG. Hier gibt es zwei Fördermöglichkeiten. Zum einen können Anlagenbetreiber für den selbst erzeugten Strom eine pauschalisierte Auszahlung in Höhe von 1.800 Euro beantragen. Zum anderen kann man sich auch für einen Zuschuss entscheiden, der sich nach der Menge des jeweils erzeugten Stroms orientiert. Unterschieden wird dabei zwischen dem Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist wird, und solchem, den man selbst in dem Gebäude verbraucht. Für jede in das öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde erhalten Anlagenbesitzer 0,08 Euro. Für den selbst verbrauchten Strom gibt es einen Zuschuss in Höhe von 0,04 Euro pro Kilowattstunde. Die Zuschläge werden für maximal 60.000 Betriebsstunden gezahlt. 

Kosten für Anschaffung, Installation und Inbetriebnahme einer staatlich geförderten Brennstoffzellenheizung

LeistungenPreise von-bis
Anschaffung: Kosten für die Brennstoffzellenheizung17.500 – 19.000 €
Vorbereitung: Demontage der alten Heizungsanlage
und Bereitstellung eines Provisoriums
2.000 – 6.500 €
Einbau: Kosten für die Installation der Anlage9.000 – 14.000 €
Wartungspaket mit Garantieleistungen3.500 – 4.000 €
Fördermittelmanagement300 – 800 €
Förderung KfW Programm 433– 9.300 €
Förderung KWKG– 1.800 €
——————
Gesamt (netto)21.200 – 33.200 €
Gesamt (brutto 19 % MwSt)25.228 – 39.508 €

Die hier angegebene Kalkulation bezieht sich auf die Installation einer Vitovalor PT2. Die Gesamtkosten sind stark abhängig vom Zeitpunkt der Installation, den lokalen Gegebenheiten sowie der Art der Altanlage.

Infografik Vergleich Heizungen Jahreskosten
Kostenvergleich: Was kostet es je nach Heizungstyp, den Wärmebedarf für ein Haus mit einer Wohnfläche von 150 qm zu decken?

Links

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