Installation PV-Anlage auf Hausdach Kosten

Photo­voltaik­anlage und Strom­speicher – was kostet das?

Sonnenstrom vom eigenen Hausdach – dafür interessieren sich immer mehr Immobilienbesitzer. Insbesondere eine Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Stromspeicher erlaubt einen hohen Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms. Mit welchen Kosten man bei einer solchen Investition rechnen muss – hier gibt’s mehr Infos.

Um den Klimawandel zu stoppen, ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien unumgänglich. Eine wichtige Rolle bei diesem Prozess spielt die Erzeugung von Strom mit Photovoltaik und zwar aus zwei Gründen. Zum einen wird bei dieser Art der Stromerzeugung kein klimaschädliches CO2 produziert. Zum anderen kann der erzeugte Strom zum Teil direkt vor Ort verbraucht werden. Das entlastet das Stromnetz, weil der Strom nicht über weite Strecken zum Verbraucher transportiert werden muss. Das vermeidet Übertragungsverluste und reduziert die Notwendigkeit des Netzausbaus. Um den Anteil des selbst erzeugten und selbst verbrauchten Stroms zu erhöhen, bis zu 75 % sind eine realistische Zielgröße, kommen Batteriespeicher zum Einsatz. Diese werden tagsüber geladen und geben den Strom dann wieder ab, wenn er gebraucht wird. 

Für Besitzer von Immobilien stellt sich nun die Frage, mit welchen Kosten bei der Anschaffung einer Solaranlage inklusive eines Stromspeichers zu rechnen ist. 

Die Kosten für PV-Anlagen sinken seit Jahrzehnten

Die Notwendigkeit, zumindest einen Teil des Stroms durch Photovoltaik zu erzeugen, wurde bereits in den 1980er Jahren erkannt. Allerdings waren zu der Zeit Solaranlagen sehr teuer. Es handelte sich quasi um ein Nischenprodukt, eigentlich um Weltraumtechnik, das nur in relativ kleinen Stückzahlen produziert wurde. Entsprechend hoch waren die Preise. Deshalb wurde 1991 das Stromeinspeisegesetz (das spätere Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)) verabschiedet. Darin wurde zum einen die bevorzugte Abnahme von Solarstrom festgelegt. Zum anderen wurde ein bezuschusster Preis für jede erzeugte Kilowattstunde Solarstrom beschlossen, die sogenannte Einspeisevergütung. Durch diese Maßnahmen wurde die Installation von Solaranlagen attraktiv und immer mehr gingen ans Netz. Die Industrie konnte die Produktion hochfahren und entwickelte zudem immer leistungsfähigere Module. Dadurch sanken die Preise erheblich, was die Investitionsbereitschaft immer stärker stimulierte. Es entstand eine Dynamik, die inzwischen dazu geführt hat, dass Strom aus Solaranlagen in sonnenverwöhnten Weltregionen günstiger erzeugt werden kann, als mit konventionellen Kraftwerken. Allein in den Jahren von 2007 bis 2017 ist der Preis einer installierten Leistung von 1 kWpeak von 4.250 Euro auf 1.140 Euro gesunken.

Die Kosten einer Photovoltaikanlage

Wenn man vor der Frage steht, was es kosten wird, eine PV-Anlage auf dem Dach des eigenen Reihenhauses oder einer gewerblich genutzten Immobilie zu installieren, muss man unterschiedliche Kostenpositionen berücksichtigen. Denn mit dem Kauf der Solarmodule allein ist es natürlich nicht getan. Wichtig ist dabei insbesondere der Unterschied zwischen variablen und fixen Kosten. 

Die variablen Kosten einer Solaranlage

Die Leistung einer Solaranlage wird in Kilowattpeak (kWpeak) angegeben. Diese Zahl bedeutet, wieviel Strom (Kilowatt) im besten Fall (peak = Gipfel) erzeugt werden kann. Die maximale Leistung eines Solarmoduls ist bei optimalen Bedingungen möglich. Diese bestehen dann, wenn die Sonne unverschattet bei optimalem Einfallswinkel, also im rechten Winkel, auf die Solarmodule einwirkt. Wichtig sind allerdings auch die Umgebungstemperaturen. Sehr hohe Temperaturen im Hochsommer senken die Leitfähigkeit, was die Leistung mindert. Solarmodulen sind bei Temperaturen um die 20° am leistungsfähigsten. 

Wer auf den einschlägigen Webseiten im Internet nach Preisen für Solarmodule sucht, wird bei der Leistung aktuell Angaben von 300 bis 350 Watt vorfinden. Diese Angaben sind als Wattpeak zu verstehen. Bei einer Photovoltaikanlage auf dem Dach werden dann mehrere Module zusammengeschaltet, deren Leistung sich addiert. Zehn Module á 330 Wattpeak ergeben also zusammen eine Leistung von 3,3 Kilowattpeak.

Die variablen Kosten einer Solaranlage sind natürlich abhängig von ihrer Größe. Dazu gehört nicht nur die Anzahl der Module, sondern auch die Kosten für die Unterkonstruktion und die Montage steigen entsprechend.

Außerdem müssen je nach Größe der Anlage weniger oder mehr Wechselrichter installiert werden. Die Wechselrichter wandeln den von den Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um. Nur so kann er im Haushalt genutzt oder ins Stromnetz eingespeist werden.

Die fixen Kosten bei der Installation einer PV-Anlage

Unabhängig von der Größe entstehen Kosten, die bei jeder Solaranlage in etwa gleich hoch sind. Dazu zählt zum Beispiel die Einrichtung der Baustelle, denn für die Montage einer PV-Anlage muss ein Gerüst aufgestellt werden. Zu den nahezu fixen Kosten zählen auch Positionen wie Planungskosten, der Anschluss der Anlage sowie die Einrichtung der Geräte. Außerdem ist es erforderlich, den Elektrozählerkasten umzubauen. All diese Kosten fallen in jedem Fall an und sind nahezu unabhängig von der Größe der Anlage. Durch diesen Umstand erklären sich auch die unterschiedlichen Preise pro installierte Kilowattpeak: Je größer eine Anlage ausfällt, desto niedriger ist letztlich der Preis pro installiertem Kilowatt Leistung.

Wie viel Strom produziert eine PV-Anlage?

Die Frage, wie viel Strom man mit einer PV-Anlage durchschnittlich erzeugen kann, lässt sich nicht pauschal beantworten. Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, zum Beispiel die Dachneigung oder auch die geographische Lage. So unterscheiden sich Standorte in Flensburg und Freiburg etwa um den Faktor 1,5 bei der Menge des erzeugbaren Stroms. Trotzdem hat sich in der deutschen Solarwirtschaft eine Faustformel durchgesetzt, um die erwartbare Leistung von Solaranlagen überschlagsweise zu berechnen. Diese Faustformel lautet: 1 kWpeak Leistung erzeugt 1.000 kWh pro Jahr. Dass diese ungefähr stimmt, zeigen aktuelle Zahlen einer schwimmenden PV-Anlage, die von Erdgas Südwest im Juni 2019 errichtet wurde. Diese Anlage liegt am sonnigen Oberrhein und verfügt über eine Leistung von 750 kWpeak. Sie hat in einem Jahr 860.000 kWh Strom erzeugt, pro Kilowattpeak also 1.146 kWh.

Warum werden die Preise mit Von-bis-Bereichen angegeben?

Trotz aller Standardisierung ist jedes Dach verschieden und daher unterscheiden sich die Kosten. Ist der Unterbau kompliziert oder einfach zu errichten? Wie hoch muss das Gerüst sein, um bis zur Dachkante zu reichen? Wie aufwändig ist die Elektroinstallation z.B. bei der Länge der zu verlegenden Kabel? Muss der Raum, in dem die Wechselrichter angebracht werden, noch besonders vorbereitet werden? 

Außerdem sind bei den Anschaffungskosten für die Solarmodule teilweise erhebliche Preisunterschiede festzustellen. Zum einen hängt das mit unterschiedlichen Technologien zusammen, mit denen Solarzellen hergestellt werden. Auch beim Erscheinungsbild lassen sich die Hersteller gehobene ästhetische Ansprüche entsprechend vergüten. 

Kosten für Stromspeicher

Die Kombination einer Photovoltaikanlage  mit einem Stromspeicher ist durchaus empfehlenswert. Denn für selbst erzeugten Strom, den man in das öffentliche Stromnetz einspeist, erhält man angesichts der ständig reduzierten Einspeisevergütung für Neuanlagen nur noch geringe Beträge. Besser ist es hingegen, den Strom selbst zu verbrauchen, insbesondere wenn man damit ein Elektroauto lädt. In diesem Blogbeitrag haben wir Szenarien – PV mit oder ohne Stromspeicher –  in Bezug auf ihre Wirtschaftlichkeit durchgerechnet.

Wie bei der PV-Anlage lassen sich auch bei einem Stromspeicher fixe Kosten (Fracht, Montage, Verkabelung, Wechselrichter) und variable Kosten (Kapazität) unterscheiden. Allerdings ist der Fixkostenanteil kleiner als bei einer PV-Anlage. Wesentlich für den Preis ist die Kapazität, also die Akkugröße. Diese wird in Kilowattstunden (kWh) angeben. Für typische Einfamilienhäuser werden je nach Größe des Gebäudes Stromspeicher mit einer Kapazität von 5 bis 8 kWh verwendet. 

Kosten für Photovoltaikanlage und Stromspeicher inklusive Installation

Anlagengröße3,3 kWpeak7,26 kWpeak9,9 kWpeak
Photovoltaikanlage:
  • Wechselrichter
  • Solarmodule
  • Unterkonstruktion
  • Montage und Installation
  • Planung der Anlage
  • Baustelleneinrichtung
  • Inbetriebnahme
  • Anschluss und Einrichtung der Geräte
  • Fracht
  • individuelle Sonderarbeiten
    (falls notwendig:
    Potentialausgleich, Adapterplatte)
6.000 –
8.500 €
10.000 –
13.000 €
13.000 –
15.000 €
Batteriespeicher
(je nach Größe, inkl. Batteriewechselrichter,
Montage und Einbringung)
6.000 – 10.000 €

Links

Die Tabelle zeigt, dass es deutliche Preisspannen gibt und die tatsächlichen Kosten sehr stark von den individuellen Gegebenheiten und Bedürfnissen des Interessenten abhängen. Für eine genauere Kosteneinschätzung lohnt es sich, den Solarrechner zu durchlaufen.

Die Kosten sind das eine, aber lohnen sich die Investitionen auch? Wir haben in einem ausführlichen Artikel die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Batteriespeicher betrachtet.

Belege
(1) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/156490/umfrage/preis-fuer-eine-fertig-installierte-solaranlage-in-deutschland/


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PV & Speicher: Link zum Solar-Rechner

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