Fördermittel für Heizungstausch und Heizungssanierung

Staatliche Förderungen für Heizungen – das ist neu in 2022

Die Bundesregierung hat die Förderprogramme für Heizungen umfassend aktualisiert. Seit dem 15. August 2022 werden im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) nur noch klimafreundliche Heizsysteme bezuschusst. Wer sich in 2022 für eine neue Heizungsanlage entscheidet und dafür maximale staatliche Fördermittel erhalten möchte, muss einiges beachten.

Inhalt

Die Umsetzung der klimaschützenden Maßnahmen in den Sektoren Energiewirtschaft, Mobilität und Wärmeerzeugung ist davon geprägt, dass der Staat technologische Vorgaben erlassen hat und gleichzeitig finanzielle Anreize schafft. Staatliche Förderung soll dazu beitragen, Verbraucherinnen und Verbraucher nicht zu überlasten und zu entsprechenden Entscheidungen zu bewegen. Die Folge ist ein regelrechter Förderdschungel, denn sowohl bundesstaatliche Institutionen als auch Bundesländer und Kommunen stellen Fördermittel für viele Anwendungsfälle zur Verfügung. Besonders im Bereich der Heizungen hat die Komplexität enorm zugenommen. Seit dem 1. Januar 2021 gilt z. B. die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die Heizungsförderungen langfristig und in gleicher Höhe sichert. 

Update: Neue Förderung für Heizungen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat zum 15. August 2022 die Förderbedingungen bei Heizungssanierungen angepasst. Ziel ist ein höherer Klimaschutzeffekt und mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Dies wirkt sich stark auf die Förderbedingungen aus.

Der Umfang bisher vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderten Maßnahmen für einen Heizungstausch oder eine Heizungssanierung wurde grundsätzlich verringert. Auch wurde die Komplexität reduziert. Die Förderprogramme gelten unter anderem nun nicht mehr für die Installation eines mit Gas betriebenen Heizsystems. Das BAFA fördert ausschließlich Heizsysteme mit erneuerbaren Energiequellen wie Solarthermie, Wärmepumpe oder Biomasseanlagen. Auch Hybridheizungen sind nur dann förderfähig, wenn sie ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Insgesamt liegt die staatliche Förderung bei einem Heizungsaustausch immer noch bei bis zu 35 Prozent.

Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat Förderprogramme gestrichen bzw. angepasst und unterstützt Verbraucher*innen nur noch bei der Installation von Heizungen ohne Gas- oder Ölbetrieb.

Der folgende Artikel bietet Orientierung im Fördermittel-Dschungel sowie einen ersten Überblick über die zahlreichen Angebote. Wenn es an die konkrete Planung und Umsetzung der Maßnahmen geht, sollte man sich allerdings fachlich beraten lassen.

Wann ein Heizungstausch oder eine Heizungssanierung ansteht, welche Heizsysteme es aktuell gibt und welche Schritte wichtig sind, haben wir bereits in diesem Artikel dargestellt. 

Welche Fördermittel gibt es?

Eine Heizungssanierung oder ein Heizungstausch sind eine größere Anschaffung. Damit ein solches Vorhaben niemanden finanziell zu stark belastet und weil der Gebäudesektor ein hohes Potential zur CO2-Reduktion hat, fördert die Bundesregierung Heizungssanierungen und -erneuerungen. Hinter all den Maßnahmen stehen die im Klimaschutzprogramm 2030 verankerten Ziele, denn die Energieeffizienz von Gebäuden gilt als wichtiger Faktor in Bezug auf die Energieeinsparung und das Reduzieren von CO2-Emissionen.

Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Seit dem 1. November 2020 gilt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches das EnEG, das EnEV und das EWärmeG zusammenführt und dadurch vereinfachen soll. Wir haben über diese gesetzlichen Vorgaben im Bereich erneuerbare Wärme bereits hier berichtet. Zum 1. Januar 2021 startete die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die alle staatlichen Förderprogramme von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz bündelt. Darunter fallen unter anderem: 

  • die Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW
  • die Förderung Heizung aus dem Marktanreizprogramm (MAP)
  • das Programm zur Heizungsoptimierung (HZO)
  • das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)

Das BEG ist in drei Teilprogramme untergliedert:

  1. Die Bundesförderung für Wohngebäude (BEG WG) können Hausbesitzer dann beantragen, wenn ein Neubau oder ein saniertes Haus den Standard eines Effizienzhauses erreicht. Alle Arbeiten, die in diesem Zusammenhang notwendig werden, werden auch gefördert.
  2. Die Bundesförderung für Nichtwohngebäude (BEG NWG) bezieht sich ebenfalls auf Neubau und Sanierung, allerdings für meist gewerblich genutzte Nichtwohngebäude.
  3. Die Bundesförderung für Einzelmaßnahmen (BEG EM) für Sanierungsvorhaben im Gebäudebestand. Das heißt: Bei Gebäuden, die älter als fünf Jahre sind, erhalten Hausbesitzer Zuschüsse oder Kredite bei einem Heizungstausch oder einer Heizungsoptimierung, bei der Installation einer Lüftungsanlage oder bei Maßnahmen an der Gebäudehülle, zum Beispiel den Einbau neuer Fenster, neuer Türen oder Fassadendämmung.

Am 1. Januar 2021 startete erst nur das BEG EM beim BAFA als Zuschussvariante. Zum 1. Juli 2021 kamen das BEG WG und das BEG NWG bei der KfW dazu. Ab dem 1. Januar 2023 sollen alle Zuschussförderungen über das BAFA und alle Kreditförderungen über die KfW laufen.  Mit der Anpassung zum 15. August 2022 wurden bereits erste vorbereitende Maßnahmen für die Harmonisierung zum 01. Januar 2023 vollzogen. 

Was ändert sich mit dem BEG?

Neuerungen, die Hausbesitzern jetzt noch weitere Anreize zu Sanierung oder Heizungstausch geben sollen, sind zum Beispiel:

  • Anpassung der Zuschüsse und staatlich geförderten Kredite
  • Ergänzen der bestehenden Förderangebote für Sanierungen und Neubau
  • Förderung digitaler Maßnahmen zur Optimierung von Heizungsbetrieb und Verbrauch 
  • Keine Förderung mehr für Einzelmaßnahmen in Neubauten
  • Keine Kombination von BAFA und KFW mehr
Infografik Förderung Heizungssanierung
Infografik über die staatlichen Fördermittel bei einer Heizungssanierung. Stand 2022. Mehr Informationen zu den Förderbedingungen.

Das BAFA fördert Heizungssanierung und Heizungsaustausch

BAFA – das ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und gehört zum Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Das BAFA bietet Hausbesitzern im Rahmen einer Heizungssanierung oder eines Heizungstauschs viele Förderprogramme.

Die Anpassungen vom 15. August 2022 zielen vor allem auf zwei Bereiche:

  1. Die Förderung von allen gasverbrauchenden Anlagen wird aufgehoben und stattdessen ein erweitertes Austauschprogramm für fossile Heizungen (sog. Heizungs-Tausch-Bonus) eingeführt.
  2. Die Fördersätze für Einzelmaßnahmen werden angepasst, um weiterhin eine attraktive Förderung für einen breiten Antragstellerkreis zu ermöglichen.

Insgesamt hat sich die Förderlandschaft allerdings verringert und ist dadurch vereinfacht worden.

Solarthermie-Anlagen 

  • Förderung bis zu 25 %, seit 15. August nur noch auf den solarthermischen Anteil
  • nur Systeme für Raumheizung
  • Solarthermieanlagen müssen das europäische Zertifizierungszeichen Solar Keymark tragen.
  • Gebäudebestand
    Mindestkollektorfläche: Flachkollektoren 9 qm und Vakuumröhrenkollektoren 7 qm
    Mindestpufferspeichervolumen: Flachkollektoren 40 Liter/qm Kollektorfläche und Vakuumröhrenkollektoren 50 Liter/qm Kollektorfläche
    Solarthermieanlagen, die nur der Warmwasserbereitung dienen, müssen mindestens über 3 qm Bruttokollektorfläche und 200 Liter Pufferspeichervolumen verfügen.
  • Neubau
    Mindestkollektorfläche: 20 qm
    mindestens drei Wohneinheiten
    mindestens 500 qm beheizbare Nutzfläche
    Kombinationen aus Wohngebäude und Nichtwohngebäude sind möglich.
    Alternativ: Im Fall eines Solaraktivhauses muss der Deckungsgrad mindestens 50 % betragen.

Alles Wichtige zu Solartherme-Anlagen erklären wir in unserem Beitrag „8 Fragen zur Solarthermie“

Biomasseanlagen

  • Förderung bis zu 25 %
  • Mindestens 5 kW Nennwärmeleistung
  • Einsatz naturbelassener Biomasse nach § 3 Abs. 1 Nr. 4, 5, 5a, 8 oder 13 der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV)
  • Emissionsgrenzwerte, die eingehalten werden müssen
    Kohlenmonoxid: 200 mg/cbm bei Nennwärmeleistung und 250 mg/cbm bei Teillastbetrieb (soweit Brennstoffe nach § 3 Abs. 1 Nr. 8 der 1. BImSchV eingesetzt werden)
    Staubförmige Emissionen: 15 mg/cbm (Scheitholz-Anlagen) und 20 mg/cbm (alle anderen Anlagen)
  • Kesselwirkungsgrad mindestens 89 %, Pelletöfen mit Wassertasche feuerungstechnischer Wirkungsgrad mindestens 90 %
  • Pufferspeicher: Hackschnitzelkessel mindestens 30 Liter/kW und Scheitholzvergaserkessel mindestens 55 Liter/kW
  • Durchführung des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage
  • Neubau
    nur Anlagen mit Abgaswärmetauscher, elektrostatischem Partikelabscheider, filterndem Abscheider oder einem Abscheider als Abgaswäscher
    keine Fliehkraftabscheider wie Zyklone oder Multizyklone

Wärmepumpenanlagen

  • Förderung zu 35 %. Weitere 5 % gibt es bei Anschaffung einer Grundwasser- oder Erdwärmepumpe statt einer Luftwärmepumpe
  • Voraussetzung ist immer, dass die Wärmepumpe zum Heizen genutzt wird.
  • Gebäudebestand
    Einhalten bestimmter Jahresarbeitszahlen
    Durchführen des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage 
    Anpassen der Heizkurve an das entsprechende Gebäude
    Bei Wärmepumpen mit neuer Erdsondenbohrung: Abschließen einer verschuldensunabhängige Versicherung gegen unvorhergesehene Sachschäden; Bohrfirma nach DVGW zertifiziert
  • Neubau
    Einhalten höherer Jahresarbeitszahlen als im Gebäudebestand (Elektrisch betriebene Wärmepumpe: 4,5 und Gasbetriebene Wärmepumpe: 1,5) und verbesserte Systemeffizienz in Bezug auf kältere Witterungen.
    Betriebscheck nach dem ersten Betriebsjahr
    Flächenheizungen als Wärmeverteilsystem obligatorisch

Hybridheizungen

  • Förderung nur noch für den erneuerbaren Anteil. Bei Hybridkombinationen, z. B. Gasbrennwert- mit Solarthermieanlagen für die Heizungsunterstützung, wird also nur noch der Anteil der Solarthermie gefördert. Gleiches gilt für Wärmepumpen-Hybridlösungen. Keine Förderung mehr von Gashybrid-Kompaktgeräten.
  • Für Erneuerbare Energien Hybridheizungen gilt, dass jedes Heizungssystem seine jeweiligen Anforderungen erfüllen muss.
  • Generell gilt, dass die thermische Leistung des regenerativen Wärmeerzeugers mindestens 25 % der Heizlast des Gebäudes abdecken muss.
  • Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage ist notwendig
  • Als Hybridheizung mit Solarthermie muss die Solarthermieanlage (zur Raumheizungsunterstützung) förderfähig sein.
  • Als Hybrid mit Biomasse- und Wärmepumpenanlagen müssen die Anlagen durch ein akkreditiertes Prüfinstitut getestet werden. 

In unserem Beitrag Die Hybridheizung – effizient, kostengünstig, umweltschonend gehen wir auf das Thema detaillierter ein.

Austauschbonus Gas-/Ölheizungen

  • nur im Gebäudebestand
  • Austauschprämie, wenn die bestehende Anlage vom Netz genommen und durch ein förderfähiges Heizsystem (Biomasse, Wärmepumpe) ersetzt wird.
  • Fördersatz erhöht sich um 10 %-Punkte auf bis zu 25 % bei Biomasse-Heizungen und bis zu 35 % bei Luftwärmepumpen. Weitere 5 % gibt es bei Anschaffung einer Grundwasser- oder Erdwärmepumpe statt einer Luftwärmepumpe.
  • Für alle Anträge bei der BAFA gilt: Sie müssen unbedingt vor dem Beginn der Maßnahmen gestellt werden, also noch vor dem Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen – das gilt auch für die Begleitmaßnahmen! Die Antragsstellung kann in der Regel über ein elektronisches Antragsformular erfolgen.
  • Der Austauschbonus Gas gilt nur bei Heizungen, die älter als 20 Jahre sind.

Für alle Anträge bei der BAFA gilt: Sie müssen unbedingt vor dem Beginn der Maßnahmen gestellt werden, also noch vor dem Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen – das gilt auch für die Begleitmaßnahmen! Die Antragsstellung kann in der Regel über ein elektronisches Antragsformular erfolgen.

Banner Angebot Heizungslösungen, um Heizungskosten zu senken

Die KfW bezuschusst Heizungsoptimierungen.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) war bis Ende 2019 für alle Zuschüsse und Kredite bezüglich neuer Heizungsanlagen zuständig. Seit dem 1. Januar 2020 bezuschusst die KfW nur noch Heizungsoptimierungen und Brennstoffzellenheizungen (433).  Ab dem 01.01.2023 werden alle Zuschussförderungen beim BAFA und alle Kreditförderungen bei der KfW verwaltet. Mit Beginn des neuen BEG fallen viele Förderprogramme der KfW weg und können nicht mehr beantragt werden.

Programm 261/262 (Kredit)

  • Kredit ab 0,57 % für Gebäudebestand und Neubau
  • bis 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit für Effizienzgebäude
  • Bis 60.000 Euro Kredit je Wohneinheit für Einzelmaßnahmen
  • 15 bis 50 % Tilgungszuschuss
  • Zuschuss auch für Baubegleitung
  • Anpassungen in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) zum 28. Juli 2022:
    • Bei Sanierung entfällt die Förderung der Effizienzhaus-Stufe 100, der Einzelmaßnahmen und des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP-Bonus).
    • Die Förderung von gasbetriebenen Anlagen und den damit einhergehenden Umfeldmaßnahmen entfällt.
    • Bei Sanierung, Neubau und Kauf wurden Kredithöchstbeträge und Tilgungszuschüsse angepasst.

Programm 461 (Zuschuss)

  • keine Antragsstellung mehr möglich, Programm wurde eingestellt.

Programm 433 (Zuschuss)

  • Einbau einer Brennstoffzellenheizung (Wasserstoffheizung)
  • Gebäudebestand und Neubau
  • Wohn- und Nichtwohngebäude
  • Zuschuss bis zu 34.000 Euro je nach elektrischer Leistung

Regionale Förderprogramme

Natürlich gibt es noch weitere Förderprogramme neben KfW und BAFA. Auch regionale Förderungen unterstützen Hausbesitzer bei vielen Maßnahmen in Richtung mehr Energieeffizienz. Manche Programme lassen sich auch mit den Zuschüssen von KfW und BAFA kombinieren, wodurch man letztlich sehr viele Kosten sparen kann. Wir listen hier einige Beispiele auf. Es lohnt sich aber immer, sich für sein individuelles Beispiel noch mal zu informieren, was möglich ist und inwieweit sich die Programme zusammenschließen lassen.

  • Berlin: ENEO fördert die Energieberatung für Effizienz und Optimieren mit bis zu 750 Euro pro Wohneinheit
  • Hamburg: IFB Erneuerbare Wärme fördert Heizungsoptimierungen, wie den Einbau einer Erdwärmepumpe oder einer Wasser-Wasserpumpe mit 4.100 Euro pro Wohneinheit
  • Köln: Das Programm Altbausanierung und Energieeffizienz – klimafreundliches Wohnen fördert bis zu 50 % der Kosten beim Einbau von Solarthermie-Anlagen
  • München: Das Münchner Förderprogramm Energieeinsparung fördert ebenfalls den Einbau von Solarthermie-Anlagen mit bis zu 200 Euro pro Quadratmeter Aperturfläche bei einer kompletten Neuerrichtung bzw. mit bis zu 150 Euro pro Quadratmeter Aperturfläche bei einer Anlagenerweiterung 
  • Stuttgart: Das Stuttgarter Energiesparprogramm fördert sowohl den Austausch alter Kohle- und Ölheizungen (bis 25 % der Kosten), als auch den Einbau einer Brennstoffzellenheizung (bis 2.000 Euro) und diverse Umfeldkosten (bis zu 5.000 Euro)

Auch die Bundesländer haben verschiedene Förderprogramme, mit denen sie Eigenheimbesitzer bei Heizungssanierungen finanzielle Anreize geben bzw. Bauvorhaben unterstützen. Das Land Baden-Württemberg bietet hier unter anderem:

Förderprogramm „Kombi-Darlehen Wohnen mit Klimaprämie“

  • Land BW und L-Bank
  • Abwicklung, Anträge und Formulare über L-Bank
  • Sanierung zum Effizienzhaus 55 Klimaprämie bis zu 2.000 pro Wohneinheit
  • Sanierung zum Effizienzhaus 40 Klimaprämie bis zu 4.000 pro Wohneinheit
  • Natürliche Personen können ab 1. Juli 2021 Anträge über die Hausbank stellen.

Serielle Sanierung von Wohngebäuden

  • serielle Sanierung bestehender Wohngebäuden, deren Bauantrag oder Bauanzeige vor dem 1. Februar 2002 gestellt wurde
  • Fördern von Umfeldmaßnahmen: Herstellung und Einbau z. B. von Außenwand, Dach, Fenster, Fenstertüren, Dachflächenfenster und Außentüren, Dämmung der Kellerdecke, technische Anlagen, Monitoringsysteme und Lüftungskonzepte.
  • Beihilfeintensität max. 40 % der beihilfefähigen Kosten
  • zuwendungsfähigen Ausgaben mind. 200.000 Euro
  • Max. 500.000 Euro pro Projekt.

Steuerbonus bei Heizungssanierung

Wer mit seinen Baumaßnahmen die Wärmewende unterstützt und dem Klimaschutz hilft, der bekommt auch steuerliche Anreize vom Staat. Der geplante Steuerbonus ist allerdings nicht mit den Förderungen über das BEG kombinierbar. Hier gilt ein Entweder-oder. Laut § 35c Einkommenssteuergesetz lassen sich dann aber 20 Prozent bzw. max. 40.000 Euro für Aufwendungen zur energetischen Modernisierung in selbstgenutztem Wohnraum über drei Jahre von der Steuer absetzen. Kosten für Energieberatung, Fachplanung und Baubegleitung können Hausbesitzer mit bis zu 50 Prozent absetzen.

Step-by-Step zur Förderung

Meist kündigen sich Baumaßnahmen an einem Heizsystem nicht von heute auf morgen an. Sie sind absehbar, denn jeder Hausbesitzer kennt seine Heizung und ahnt, wenn sie in die Jahre zu kommen droht. Wer heute ein Haus komplett neu baut, weiß auch, dass nichts mehr ohne energieeffiziente Heizsysteme geht und dass man sich darüber frühzeitig informieren sollte. Wer aber wirklich alle möglichen Zuschüsse und Boni erhalten möchte, der muss alles rechtzeitig und korrekt beantragen. Unterstützen kann hier ein Energieberater, der dann den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt.

Der Individuelle Sanierungsfahrplan

Eine professionelle Energieberatung basiert auf einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Er gibt eine genaue Übersicht über den Ist-Zustand eines Hauses. Darauf aufbauend erstellt der Energieberater Schritt-für-Schritt-Maßnahmen für eine Sanierung und eine Steigerung der Energieeffizienz. Außerdem kann hier bereits aufgezeigt werden, welche Maßnahmen in Zukunft anstehen und wann diese voraussichtlich fällig sein werden. Die Erstellung des iSFP allein ist bereits förderfähig, die daraus abgeleiteten Maßnahmen auch. Der iSFP ist immer individuell auf ein Gebäude zugeschnitten und basiert auf verschiedenen Parametern wie der Gebäudedämmung, der Technik und dem Gesamtzustand. 

Ein iSFP gilt 15 Jahre. In diesem Zeitraum müssen nicht alle Maßnahmen umgesetzt werden, sie sind aber nur in diesem Zeitraum förderfähig. Um also den Bonus im Rahmen der BEG-Förderungen in Anspruch nehmen zu können, müssen Baumaßnahmen innerhalb von 15 Jahren erfolgen. Natürlich verändert sich der Zustand eines Hauses innerhalb von 15 Jahren und es ist gut möglich, dass vor Sanierungsarbeiten dann erst einmal eine erneute Prüfung des Ist-Zustandes und der akuten Notwendigkeit der Baumaßnahmen erforderlich ist. Es gibt aber keine Umsetzungspflicht.

In unserem Beitrag Heizungstausch mit dem individuellen Sanierungsfahrplan stellen wir alle Infos rund um den iSFP da.

Besser heizen für die Wärmewende

Gebäude verfügen über ein enormes Energiesparpotenzial. Gut 25 % des CO2-Ausstoßes entstehen durch den Energieverbrauch in und von Gebäuden. Im Rahmen des Klimaschutzprogramms soll daher die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden attraktiver werden. Das neue BEG vereinfacht den Ablauf hin zu den passenden Fördermaßnahmen, indem es sämtliche staatliche Programme zusammenfasst. Auch die Antragsstellung sollen dank der voranschreitenden Digitalisierung weniger kompliziert werden. Das Zusammenspiel von Energieeinsparungen und dem Einsatz erneuerbarer Energien soll den CO2-Ausstoß bei Gebäuden massiv reduzieren.

  1. Michael S.

    Bei welchen Förderprogrammen muss man sich den beeilen, um noch eine Förderung zu erhalten, also welche Programme laufen 2021 aus?

  2. Gibt es in diesem Zusammenhang noch die Förderung für den individuellen Sanierungsfahrplan?

    • Redaktion natürlichZukunft

      Hallo, danke für die Frage. Der Sanierungsfahrplan an sich wird noch mit bis zu 80 % gefördert. Weggefallen ist allerdings der Bonus von 5 %, wenn man unter Vorlage eines individuellen Sanierungsfahrplans eine Heizungssanierung umsetzt. Dies gilt wiederum nicht, wenn man andere energetische Sanierungsmaßnahmen beauftragt, wie z. B. einen Austausch der Fenster oder eine Fassadendämmung. Wir hoffen, das hilft Ihnen weiter.
      Viele Grüße, Ihr Team von Erdgas Südwest

  3. So wie der Gaspreis aktuell wieder sinkt, glaube ich fest an die Brennstoffzellenheizung. Denn nur diese kann zukünftig auch mit Wasserstoff betrieben werden und ist somit zukunftsfähig. Hoffe, die Mords-Förderung bleibt weiterhin erhalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

* Pflichtangaben. E-Mail wird nicht veröffentlicht.

4.98/5 (44)
Icon Newsletter Newsletter