Wärmepumpe von Viessmann

Was kostet eine Wärme­pumpe?

Die Wärmepumpe heizt mit Umweltwärme und gehört dank ihrer positiven Klimabilanz zu den wichtigsten Heizsystemen der Zukunft. Im Neubau und im sanierten Altbau arbeitet sie effizient und kostensparend. Wir zeigen, was die Installation einer Wärmepumpe kostet und welche Fördermittel es 2022 gibt.

Inhalt

  1. Was kostet eine Wärmepumpe inklusive Installation?
  2. Wie hoch sind die Kosten einer Wärmepumpenheizung im Betrieb?
  3. Wie hoch ist die staatliche Förderung für eine Wärmepumpenheizung 2022?
  4. Fazit: Die Kosten einer Wärmepumpe lohnen sich

Laut der Bundesregierung sollen 2024 alle neu eingebauten Heizungen zu 65 % mit erneuerbaren Energien laufen. Dabei spielt die Wärmepumpe eine wichtige Rolle. Die Wärmepumpe gehört zu den vielversprechendsten Heizsystemen der Zukunft. Sie ist klimaschonend, kann sogar klimaneutral arbeiten und entlastet langfristig den Geldbeutel. Mittlerweile gehört sie bei Neubauten beinahe zum Standard und verzeichnete 2021 einen enormen Anstieg an Installationen.

Doch was kostet die Wärmepumpe? Und welche Fördermittel gibt es?

Was kostet eine Wärmepumpe inklusive Installation?

Wärmepumpen sind sowohl im Neubau als auch im Altbau sinnvoll. Hausbesitzer*innen von Bestandsgebäuden, die von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe umrüsten, fragen natürlich nach den Kosten.

Ob Erdgas, Fernwärme oder Strom – mit Beratung, Anschaffung und Installation kommt eine ordentliche Summe zusammen. Dazu können noch begleitende Baumaßnahmen wie Gebäudeoptimierung, Genehmigungs- und Förderverfahren oder eine Wärmedämmung kommen.

Im Neubau sind Wärmepumpen oft die richtige Wahl und arbeiten zuverlässig. Vor allem in Kombination mit einer Photovoltaikanlage sind sie extrem effektiv und kostensparend.

Doch auch hier spielen die Kosten für den Einbau der Wärmepumpenheizung natürlich eine Rolle. Mit welchen Kosten Hausbesitzer*innen oder Hausbauer*innen rechnen sollten, führen wir im Folgenden auf.

Überblick Kosten Wärmepumpe

Luft-LuftLuft-WasserSole-WasserWasser-Wasser
An­schaf­fung18.000 – 22.000 €20.000 – 30.000 €15.000 – 20.000 €15.000 – 20.000 €
In­stal­la­tion15.000 – 20.000 €10.000 – 15.000 €10.000 – 15.000 €10.000 – 15.000 €
Erd­ar­bei­ten10.000 – 30.000 €8.000 – 20.000 €
Ge­samt33.000 – 42.000 €30.000 – 45.000 €35.000 – 65.000 €33.000 – 55.000 €

Wie hoch sind die Kosten einer Wärmepumpenheizung im Betrieb?

Ob eine Wärmepumpe wirtschaftlich arbeitet und wie lange es braucht, bis sich die Investitionen amortisiert haben, gehört zu den wichtigsten Fragen im Vorfeld. Die laufenden Kosten für die Wärmepumpe berechnen sich aus dem Gesamtwärmebedarf, also der Jahresarbeitszahl (JAZ), und den Kosten pro Kilowattstunde Strom.

Generell kann man von Betriebskosten zwischen 400 Euro und 1.600 Euro jährlich ausgehen, wobei die Erdwärmepumpe und die Grundwasserwärmepumpe hier besser abschneiden als die Luftwärmepumpe, da sie mit einer niedrigeren Vorlauftemperatur arbeiten. Die Jahresarbeitszahl ist entsprechend höher. 

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Welcher Stromtarif gilt für die Wärmepumpe?

Was neben dem Zustand des Gebäudes und der Heizkörper vor allem ins Gewicht fällt, ist der Stromtarif, über den die Wärmepumpe abgerechnet wird. Denn Wärmepumpen sind Stromheizungen, was sich natürlich auf die Stromrechnung auswirkt. Wer von einer Gas- oder Ölheizung auf eine Wärmepumpe umsteigt, hat im Anschluss höhere Stromkosten. Allerdings fällt die Gas- oder Ölrechnung weg.

Darum gibt es bei einigen Energieanbietern sogenannten Wärmepumpenstrom, der über einen separaten Zähler abgerechnet wird. Dieser Wärmepumpenstrom läuft mit einem günstigeren Tarif, beinhaltet aber, dass der Energieanbieter der Wärmepumpe zu den Spitzenzeiten den Strom abschaltet.

Hausbesitzer*innen bekommen davon aber nichts mit, da solange ein Pufferspeicher das Haus mit ausreichend Wärme versorgt.

Klar ist: Je mehr Strom man von außen bezieht, desto höher die Kosten. Darum ist die Kombination aus einer eigenen Photovoltaikanlage mit einer Wärmepumpenheizung sinnvoll. Die PV-Anlage produziert dann den für die Wärmepumpe notwendigen Strom. So arbeitet die Wärmepumpe klimaschonend.

Vergleich Kosten Wärmepumpe und andere Heizsysteme

Kosten EinbauHeiz­kosten/­JahrKosten WartungCO2-Ausstoß (g/kWh)
Wärme­­pumpe30.000 – 40.000 €1.280 €150 €191
Holz­pellets25.000 – 40.000 €895 €400 €27
Solar­­thermie15.000 – 30.000 €90 €24
Gas­brenn­wert10.000 – 15.000 €1.230 €220250
Bren­n­stoff­­­zel­le40.000 – 50.000 €-*400 €-*
Fern­wärme8.000 – 15.000 €1.540 €198
Heizöl10.000 – 18.000 €1.010 €175 €319
*Der Gasverbrauch einer Brenn­­stoff­­zel­len­hei­zung ist etwas höher als bei einer Gasbrennwertheizung, weil neben Heizwärme auch Strom erzeugt wird. Die Energiekosten sind somit insgesamt geringer. Der CO2-Ausstoß ist bei gleichem Wärmebedarf geringer als bei einer Gastherme.

Wann haben sich die Kosten einer Wärmepumpe amortisiert?

Betriebskosten, Lebensdauer und Amortisierung jeder Heizung werden von zahlreichen Faktoren bestimmt: Gebäudezustand und -alter, Wärmedämmung, Fenster, Heizungsanlage und natürlich individuelles Heizverhalten und Wärmebedarf. Weder JAZ noch COP können darüber Auskunft geben, wann man die Investitionskosten wieder reingeholt hat. 

Im Vergleich mit anderen Heizsystemen kann man aber sagen, dass sich eine Wärmepumpe nach etwa 10 Jahren selbst trägt. Wenn man bedenkt, dass Erdwärmepumpen eine sehr viel längere Lebensdauer vorhergesagt wird, erscheinen 10 Jahre eine kurze Zeit.

COP und JAZ kurz erklärt

COP: Leistungszahl, coefficient of performance. Beschreibt die potenzielle Erwärmungsleistung, also Effizienz, einer Wärmepumpe unter Laborbedingungen.

JAZ: Jahresarbeitszahl. Beschreibt die real eingesetzte Energiemenge für die Erzeugung von Wärmeenergie innerhalb eines Jahres.

Wie hoch ist die staatliche Förderung für eine Wärmepumpenheizung 2022?

Wärmepumpen werden auch 2022 weiterhin gefördert. Die Bundesregierung fördert grundsätzlich den Umstieg auf erneuerbare Energien und den Austausch alter Heizsysteme gegen moderne, klimaneutrale Heizungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Im Zuge der Energiekrise wurden alle Fördermittel für Heizungen basierend auf fossilen Brennstoffen inklusive Hybridheizungen eingestellt. Förderprogramme umfassen nur noch Heizungslösungen mit erneuerbarer Energiequelle. In einem anderen Artikel gehen wir umfangreich auf die Förderprogramme des BEG ein.

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle – kurz BAFA – fördert den Einbau von Wärmepumpen im Gebäudebestand und im Neubau. Hierfür gelten folgende Voraussetzungen:

  • Förderung bis zu 35 %. Weitere 5 % gibt es bei Anschaffung einer Grundwasser- oder Erdwärmepumpe statt einer Luftwärmepumpe
  • Voraussetzung ist immer, dass die Wärmepumpe zum Heizen genutzt wird.
  • Gebäudebestand
    • Einhalten bestimmter Jahresarbeitszahlen
    • Durchführen des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage 
    • Anpassen der Heizkurve an das entsprechende Gebäude
    • Bei Wärmepumpen mit neuer Erdsondenbohrung: Abschließen einer verschuldensunabhängigen Versicherung gegen unvorhergesehene Sachschäden; Bohrfirma nach DVGW zertifiziert
  • Neubau
    • Einhalten höherer Jahresarbeitszahlen als im Gebäudebestand (4,5) und verbesserte Systemeffizienz in Bezug auf kältere Witterungen
    • Betriebscheck nach dem ersten Betriebsjahr
    • Flächenheizungen als Wärmeverteilsystem obligatorisch

Aktuelle Meldungen und eine Liste der geförderten Wärmepumpen stehen auf der Seite des BAFA.

Infografik zum BEG, staatliche Förderung bei Heizungstausch Heizungssanierung, Stand Januar 2023
Infografik zum BEG, staatliche Förderung bei Heizungstausch Heizungssanierung, Stand Januar 2023

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Umfangreiche Förderungen für die Wärmepumpe können auch bei der KfW beantragt werden. Genau wie bei der BAFA gilt hier, dass alle Unterlagen vor Beginn der Baumaßnahmen eingereicht werden müssen.

Programm 261 und 262

  • Kredit ab 0,57 % für Gebäudebestand und Neubau
  • bis 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit für Effizienzgebäude
  • bis 60.000 Euro Kredit je Wohneinheit für Einzelmaßnahmen
  • 15 bis 50 % Tilgungszuschuss
  • Zuschuss auch für Baubegleitung
  • Anpassungen in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) zum 28. Juli 2022:
    • Bei Sanierung entfällt die Förderung der Effizienzhaus-Stufe 100, der Einzelmaßnahmen und des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP-Bonus).
    • Die Förderung von gasbetriebenen Anlagen und den damit einhergehenden Umfeldmaßnahmen entfällt.
    • Bei Sanierung, Neubau und Kauf wurden Kredithöchstbeträge und Tilgungszuschüsse angepasst.

Die KfW fördert Wärmepumpen anteilig bei Komplettsanierungen oder Neubauten nach dem Effizienzhaus-Standard (BEG WG). Die Höhe des Zuschusses bzw. des Tilgungszuschusses ist immer vom erreichten Effizienzhaus-Standard abhängig. Wer eine Förderung für seine Wärmepumpe anstrebt, muss außerdem einige Voraussetzungen erfüllen, dazu gehört unter anderem ein hydraulischer Abgleich.

Alle aktuellen Förderprogramme der KfW inklusive aktueller Änderungen findet man hier.

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Förderung von Photovoltaik und Wärmepumpe

Die Kombination aus einer hauseigenen Photovoltaikanlage und einer Wärmepumpe ist ideal. Dieses Hybrid wird nicht in einem Paket gefördert, allerdings gibt es neben den Förderungen für die Wärmepumpe auch entsprechende Programme für Photovoltaikanlagen. So holt man aus beiden Systemen das Beste heraus.

Fazit: Die Kosten einer Wärmepumpe lohnen sich

Die Installation einer Wärmepumpe bringt Kosten mit sich – egal ob Heizungstausch im Altbau oder der Einbau einer neuen Heizung im Neubau. Die Heizung ist das Herzstück eines Hauses, sie sorgt für warmes Wasser und heizt die Räume. Damit trägt sie maßgeblich zur Wohnqualität bei. Gerade im Neubau und in Kombination einer Wärmepumpe mit einer Flächenheizung nahezu unschlagbar und überzeugt mit langer Lebensdauer, geringen Betriebskosten, effizienter Technik und geringen CO2-Emissionen. Wer eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann hier direkt am Haus grünen Strom für die Wärmepumpe beziehen. 

Gerade Luftwärmepumpen überzeugen mit niedrigeren Kosten und unkomplizierter Installation. Es ist also nur folgerichtig, dass der Marktanteil bei Luftwärmepumpen im Jahr 2021 auf 80 % stieg. (3)

Und Wärmepumpen arbeiten auch im Altbau effektiv. Das belegt auch eine Studie des Fraunhofer Instituts von 2020 (4), die auch zeigt, dass eine Fußbodenheizung für die Installation einer Wärmepumpenheizung nicht immer die Grundvoraussetzung darstellt. 

Grundsätzlich wächst der Anteil der Wärmepumpen in Deutschland. Ihre Kosten hängen von vielen Faktoren ab. Die zahlreichen Förderungen für Wärmepumpen für 2022 unterstützen Hausbesitzer*innen. Hier lohnt sich auch immer der Blick direkt auf die Seiten der Förderinstitute, da es häufig zu Änderungen und Anpassungen der geförderten Systeme und der Voraussetzungen kommt. Die Heizungsexperten der Erdgas Südwest beraten Sie hier natürlich gern zu allen Möglichkeiten.


Belege
(1) https://www.heizspiegel.de/heizung-tauschen/heizungsarten-im-vergleich/
(2) Bei konventionellem Strom, nicht bei Ökostrom.
(3) https://www.waermepumpe.de/presse/pressemitteilungen/details/starkes-wachstum-im-waermepumpenmarkt/#content
(4) Studie des Fraunhofer Instituts zur Funktion von Wärmepumpen im Gebäudebestand.

  1. Ich habe nach weiteren Informationen zu Wärmepumpen gesucht. Ich bin stecken geblieben und habe nicht verstanden, wie und was. Aber jetzt verstehe ich alles besser.

    • Redaktion natürlichZukunft

      Hallo Ulrike, vielen Dank für dein Feedback. Wir freuen uns, wenn dir unsere Beiträge zum Thema Wärmepumpe weiterhelfen. Wir werden auch in Zukunft weiter auf das Thema eingehen und euch mit allen aktuellen Entwicklungen versorgen. Viele Grüße vom Team der Erdgas Südwest

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