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Heizungstausch mit dem individuellen Sanierungsfahrplan

Mit dem individuellen Sanierungsfahrplan erhalten Hausbesitzer eine ausführliche Auflistung von Sanierungsmaßnahmen in Bezug auf ein besseres Energiemanagement für ihre Immobilie. Er dient als Wegweiser durch eine mehrere Jahre andauernde Sanierung, die langfristig Kosten sparen und den Wert sowie den Komfort eines Gebäudes steigern soll.

Eine energetische Haussanierung ist ein komplexes und langwieriges Projekt. Je nach Gebäudezustand zieht sie sich über mehrere Jahre, beinhaltet viele aufeinander aufbauende Maßnahmen und erfordert erhebliche Investitionen. Außerdem müssen zahlreiche neue gesetzliche Auflagen, die die Energieeffizienz verbessern und die Umweltbelastungen des Gebäudes verringern sollen, berücksichtigt werden. Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) navigiert Hausbesitzer durch eine Sanierung und identifiziert energetische Lücken. Er beschreibt notwendige Maßnahmen und sichert dadurch den erfolgreichen Abschluss der Bauarbeiten – idealerweise bis hin zu einem Effizienzhaus. Und: Mit dem individuellen Sanierungsfahrplan gelten die Sanierungsvorgaben des Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) bereits als zu 5 Prozent erfüllt.

Inhalt

Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan?

Wer heute seine Heizung tauschen oder sanieren muss, sieht sich mit zahlreichen Begleitmaßnahmen konfrontiert, bei denen Laien unter Umständen schnell den Überblick verlieren. Denn nur die Heizung zu tauschen ist wenig sinnvoll, wenn die Fenster undicht sind und der Keller kalt ist. Eine Heizungssanierung geht – vor allem bei Altbaugebäuden – daher oft mit einer Gebäudesanierung einher. Der individuelle Sanierungsfahrplan ist ein Beratungsinstrument für Hausbesitzer im Rahmen einer Gebäudesanierung.

Der iSFP beinhaltet also eine ganzheitliche Auflistung aller notwendigen Sanierungsmaßnahmen für die Folgejahre. Er stellt nicht allein die Heizungssanierung in den Fokus, sondern die Senkung des Gebäudeenergieverbrauchs, bei dem die neue Heizung nur ein Baustein von vielen ist. Ziel ist eine Steigerung der Energieeffizienz des Hauses, was dessen Wert erhöht. Der iSFP spiegelt den Ist-Zustand aller relevanten Daten und gibt Empfehlungen für anstehende Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.

Was ist das Ziel eines Sanierungsfahrplans?

Der vom EWärmeG vorgesehene, individuelle Sanierungsfahrplan hat zum Ziel, Hausbesitzern einen Weg zu weisen, mit welchen Sanierungsmaßnahmen sie ihr Gebäude klimaneutral aufrüsten können. Er gibt Eigentümern einen Überblick über alle notwendigen Maßnahmen und deren voraussichtliche Kosten, mit dem Ziel, ein Effizienzhaus 85 nach den Vorgaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu erreichen. Insbesondere die Kosten sollen sich dank der zeitlichen Staffelung der Bauarbeiten und durch die zahlreichen Fördermittel in Grenzen halten.

Wichtig ist, dass der iSFP nicht greift, wenn eine Komplettsanierung in einem Rutsch durchgeführt wird. Die Planungen im Sanierungsfahrplan strecken sich über mehrere Jahre. 

Auszug aus dem Muster-Sanierungsfahrplan des UM-BW
Auszug aus dem Mustersanierungsfahrplan des UM-BW (1)

Gilt der Sanierungsfahrplan auch bei Biogas?

Ja, der individuelle Sanierungsfahrplan beinhaltet auch die Option auf ein Heizsystem, das auf Biogas basiert. In einem Bestandsgebäude mit einer Gasheizung gelten die Auflagen als zu 10 Prozent erfüllt, sobald Biomethan, also Gas aus Biomasse, zum Einsatz kommt. Hausbesitzer sollten hier aber beachten, dass die thermische Leistung der Heizung nicht über 50 kW betragen darf.

Welche gesetzlichen Grundlagen gibt es?

Seit 2007 gilt in Baden-Württemberg das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG). Es betrifft alle Hausbesitzer von Bestandsgebäuden mit einer Wohnfläche von über 50 Quadratmetern, die ihre Heizungsanlage austauschen oder modernisieren. 15 Prozent der dann generierten Wärmeenergie müssen seither mit Wärme aus erneuerbaren Energien erzeugt werden.

Ist das nicht möglich, sichern folgende Ersatzmaßnahmen die Erfüllung aller notwendigen Kriterien:

  • Kraft-Wärme-Kopplung
  • Wärmerückgewinnung
  • Anschluss ans Wärmenetz
  • Photovoltaiknetz
  • Abwärmenutzung

Die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans gilt bereits als Teilerfüllung in Höhe von 5 Prozent und wird daher entsprechend gefördert.

Wer erstellt einen Sanierungsfahrplan?

Der individuelle Sanierungsfahrplan wird durch einen unabhängigen Energieberater erstellt. Energieberater bilanzieren und begutachten Immobilien oder Geräte hinsichtlich ihrer Energieeffizienz und beraten darauf aufbauend bei Erneuerungsmaßnahmen. Nach einem Termin vor Ort erhält der Eigentümer eine Analyse des Gebäudes basierend auf allen relevanten Daten und darauf aufbauenden Empfehlungen hinsichtlich Modernisierung und Sanierung.

Neben Ingenieuren oder Architekten dürfen seit dem 1. Dezember 2021 auch Gebäudeenergieberater des Handwerks, also entsprechend weitergebildete Handwerker, den iSFP ausstellen. Das hat den Vorteil, dass die Beratung und Planung der Sanierungsmaßnahmen aus einer Hand stattfinden können. Da der Begriff des Energieberaters nicht geschützt ist, sollte man unbedingt auf eine entsprechende Zertifizierung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) achten.


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Was kostet der Sanierungsfahrplan?

Die Kosten für den individuellen Sanierungsfahrplan variieren je nach Aufwand, sind aber eher gering im Vergleich zu den danach anstehenden Aufwänden. Meist bewegen sie sich um die 800 bis 1.000 Euro. Der Eigenanteil eines iSFP hat sich oft schon nach Umsetzung der ersten Sanierungsmaßnahme amortisiert.

Wird der Sanierungsfahrplan gefördert?

Ja, der iSFP ist förderfähig. Das BAFA übernimmt 80 Prozent der Aufwendungen bis 1.300 Euro (Ein- und Zweifamilienhäuser) bzw. 1.700 Euro (Mehrfamilienhäuser). Bei Eigentümergemeinschaften bezuschusst das BAFA auch mit bis zu 500 Euro das Honorar für die Erläuterungen des iSFP.

Welche Förderungen es darüber hinaus für eine Heizungssanierung gibt, haben wir hier erläutert.

Ist ein Sanierungsfahrplan steuerlich absetzbar?

Ja, zum Teil. Hausbesitzer können Sanierungsmaßnahmen seit 2020 steuerlich geltend machen und über drei Jahre bei der Steuer angeben. Bis zu 40.000 Euro pro Wohnobjekt können so steuerlich geltend gemacht werden. Die Kosten für den Energieberater sind hier inbegriffen und zählen als Aufwendung im Zuge einer Sanierung. Sie sind zu 50 Prozent steuerlich absetzbar. Das gilt aber nur, wenn der Energieberater von der KfW oder dem BAFA zugelassen ist.

Sanierungsfahrplan für Wohngebäude

Heizkosten sparen, mehr Wohnkomfort, Zugluft verhindern, wohlig warme Füße – all das versprechen sich Hausbesitzer von einer Sanierung. Aber wo fängt man an? Welche Maßnahmen müssen sein und in welcher Reihenfolge sollte man sie am besten angehen? Welche Auflagen gilt es zu beachten? Was kostet das alles und wie hoch wären potenzielle Förderungen? Alle Antworten hierauf stehen im individuellen Sanierungsfahrplan.

Wie sieht ein Sanierungsfahrplan-Beispiel aus?

  1. Ihr Gebäude heute: Am Anfang des iSFP steht die energetische Bewertung des Gebäudes anhand der Klassen A+ bis H sowie die Definition des Ziels nach abgeschlossener Sanierung.
  2. Überblick: Als Nächstes gibt der Energieberater einen Überblick über alle anstehenden Maßnahmen inklusive Zeitrahmen und Finanzierung. Die farbliche Kennung unterstreicht, welcher Energiestatus mithilfe der Einzelmaßnahme erreicht wird.
  3. Die Schritte im Detail: Im weiteren Verlauf wird jede einzelne Maßnahme detailliert umrissen. Der Energieberater beschreibt hier nicht nur die anstehenden Bauarbeiten, sondern begründet auch, weshalb sie sinnvoll sind, was zu beachten ist und welches Ziel die Einzelmaßnahmen jeweils haben.
  4. Was sind die nächsten Schritte? Die abschließenden Seiten erläutern dem Hausbesitzer, was er nun mit dem iSFP machen kann: einen Fachmann für die Umsetzung finden, Fördermittel planen, Maßnahmen starten.

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg stellt auf seiner Website ein Musterbeispiel für den individuellen Sanierungsfahrplan aus.

Sanierungsfahrplan bei Komplettsanierung

Ein individueller Sanierungsfahrplan kann sich sowohl auf eine Komplettsanierung als auch auf die Umsetzung einzelner Maßnahmen beziehen. In beiden Fällen bildet er eine Schritt-für-Schritt-Anleitung auf dem Weg zu einem energieeffizienten Gebäudemanagement.

Sanierungsfahrplan für Nichtwohngebäude

Ein individueller Sanierungsfahrplan für Nichtwohngebäude geht über den für Wohngebäude hinaus. Hier bezieht der Energieberater noch folgende Punkte mit ein:

  • Lüftung
  • Kühlung
  • Klimatisierung
  • Beleuchtung

Da Nichtwohngebäude sich voneinander extrem unterscheiden, gibt es hier nicht den einen Mustersanierungsfahrplan, wie es bei Wohngebäuden der Fall ist. Der Ablauf und das Ziel bleiben aber gleich. Am Ende soll das Gebäude klimaneutral sein.

Wie sieht ein Sanierungsfahrplan-Beispiel aus?

Auf Basis eines vor-Ort-Termins erstellt der Energieberater einen umfassenden Sanierungsfahrplan, der sich in folgende Punkte unterteilt:

  1. Ist-Zustand
  2. Sanierungsschritte und Maßnahmenpakete
    Handlungsfelder
    • Gebäudehülle und Anlagentechnik
    • Geringinvestive Maßnahmen
    • Eigenstromerzeugung
  1. Ziel-Zustand
  2. Dokumentation
  3. Anregungen
  4. Erläuterung

Der iSFP muss alle relevanten Punkte der Sanierungsfahrplan-Verordnung enthalten, um auch im Rahmen des EWärmeG anerkannt und gefördert zu werden.

Muss der Sanierungsfahrplan umgesetzt werden?

Nein, der individuelle Sanierungsfahrplan gibt keine bindenden Maßnahmen vor, sondern lediglich Empfehlungen. Er identifiziert energetische Mängel und formuliert Sanierungsschritte in einer sinnvollen Reihenfolge und einem zeitlichen Rahmen. Er dient Eigentümern damit als Entscheidungsgrundlage hinsichtlich einer Verbesserung des energetischen Gebäudezustands.

Gibt es eine Nachweispflicht?

Nein. Da die Maßnahmen im iSFP nicht bindend sind, müssen Eigentümer deren Umsetzung auch nicht nachweisen. Allerdings erhalten Eigentümer bei einer Umsetzung weitere 5 Prozent Förderung auf die im iSFP empfohlenen Einzelmaßnahmen.

Wie lange ist ein Sanierungsfahrplan gültig?

Der individuelle Sanierungsfahrplan hat keine Ablauffrist, auch wenn er mit einem Datum versehen ist. Allerdings gilt in Bezug auf die Förderung ein Umsetzungszeitrahmen von 15 Jahren. Wer also einen Zuschuss in Anspruch nehmen möchte, muss die förderfähigen Maßnahmen innerhalb von 15 Jahren umsetzen. Wichtig ist dabei, vor Beginn der Baumaßnahmen die Aktualität der Empfehlung zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen.

Wie ist der zeitliche Ablauf bei einem Sanierungsfahrplan?

Der individuelle Sanierungsfahrplan soll Hausbesitzern eine detaillierte und verständliche Übersicht über alle Lücken im Energiemanagement geben. Die Energieberatung läuft etwa so ab:

  • Erster Termin vor Ort inklusive Datenaufnahme
  • Bilanzieren des Ist-Zustands und energetische Bewertung des Gebäudes in einzelnen Komponenten und Farbklassen
  • Konzeption der Sanierungsvorschläge
  • Abstimmen zwischen Energieberater und Hauseigentümer
  • Ausformulieren des individuellen Sanierungsfahrplans
  • Übergabe und Erläuterung

Kann ich den Sanierungsfahrplan auch nachträglich erstellen lassen?

Nein, der individuelle Sanierungsfahrplan muss immer am Anfang des Sanierungsvorhabens stehen. Das Sanierungsziel, das im individuellen Sanierungsfahrplan festgesetzt ist, lässt sich nachträglich nicht mehr anpassen.

Was bringt der individuelle Sanierungsfahrplan?

Mit dem individuellen Sanierungsfahrplan erhalten Hausbesitzer eine ausführliche Auflistung von Sanierungsmaßnahmen in Bezug auf ein besseres Energiemanagement für ihre Immobilie. Er dient als Wegweiser durch mehrere Jahre andauernde Optimierungen, die am Ende Kosten sparen und den Wert sowie den Komfort eines Gebäudes steigern sollen. Auch wenn die Initialzündung zu einer Sanierung häufig der Austausch der Heizung ist, stellt der Heizungstausch nur einen Baustein im Rahmen eines Sanierungsvorhabens dar.

Im Unterschied zum Energieausweis bildet der iSFP nicht nur den aktuellen Zustand des Gebäudes ab, sondern identifiziert Lücken und beinhaltet konkrete Vorschläge zur Verbesserung zum Beispiel der Heizung oder des Dämmzustandes.

Als Anreiz für die umfassenden Maßnahmen stellt der Bund staatliche Fördermittel aus, denn das Ziel ist, alle Bestandsgebäude bis hin zur Klimaneutralität aufzurüsten. Das ist ein ambitioniertes, aber in Anbetracht des Klimawandels notwendiges Ziel. Der individuelle Sanierungsfahrplan ist nur ein Instrument auf dem Weg zur Klimaneutralität im Gebäudebestand. Für Hausbesitzer dient er als sehr effizienter Wegweiser, den persönlichen CO2-Fußabdruck zu verkleinern und durch den Umstieg auf erneuerbare Energien langfristig Kosten zu sparen.


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