Biogasanlage auf einem Rapsfeld mit Windrädern

Biogas-Heizung – Kosten, Vorteile, Nachteile

Die Gasheizung gehört nach wie vor zum Standard in deutschen Haushalten. Ein Großteil davon wird mit fossilem Erdgas betrieben. Die Biogas-Heizung ist dazu eine echte Alternative, da Biogas aus Biomasse oder nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo) hergestellt wird. Bei seiner Nutzung entsteht kein zusätzliches CO₂.

Im Jahr 2021 waren in Deutschland noch 14 Mio. Heizungen mit Gaskesseln in Betrieb, davon 7,6 Mio. Gasbrennwertkessel (1). Damit heizt in Deutschland in etwa jeder zweite Haushalt mit Gas, in der Regel mit Erdgas. Trotz gestiegener Gaspreise und zuletzt kritischer Verfügbarkeit bleibt Gas der bevorzugte Energieträger.

Allerdings ist Erdgas ein fossiler Energieträger, dessen Gewinnung die Bodenschätze erschöpft. Hinzu kommt die hohe CO2-Belastung bei der Verbrennung. Heizen mit Erdgas ist nicht klimaneutral zu gestalten und im Zuge der Wärmewende rücken andere Wärmeträger in den Fokus.

Heizen mit Biogas würde Deutschland bei der Wärmewende einen großen Schritt voranbringen. Technisch ist das kein Problem. Denn Gas-Brennwertheizungen können sowohl mit Biogas als auch mit Erdgas betrieben werden.

Produktion und Technik von Biogas-Anlagen

Knapp 10.000 Biogas-Anlagen gibt es mittlerweile deutschlandweit (2) und je nach Anlagentyp kommen unterschiedlichen Substrate zum Einsatz: nachwachsende Rohstoffe, Gülle und tierische Abfälle, kommunale Bioabfälle, Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft, Klärschlamm. Deswegen wird es manchmal auch Ökogas genannt.

Biogas hat seinen Ursprung also in Biomasse, das in der Biogas-Anlage gesammelt, von Mikroorganismen zersetzt und in Gas umgewandelt wird. Es handelt sich dabei um ein Rohgas mit den Hauptbestandteilen Methan und Kohlendioxid, aber auch Stickstoff, Wasserstoff und Schwefelwasserstoff. Je nach Zusammensetzung der Biomasse variiert die Qualität, d. h. vor allem der Methangehalt des Biogases. 

Im Zuge einer Reinigung und Aufbereitung entsteht aus Biogas das Biomethan (Bioerdgas). Dabei wird unter anderem das CO2 aus dem Biogas entfernt und es bleibt reines Methangas mit einem Methangehalt von 95 % oder mehr. Dieses Biomethan kann unmittelbar ins Erdgasnetz fließen oder als Kraftstoff im Verkehrssektor eingesetzt werden. Fließt es ins Erdgasnetz, kann aus einer mit Erdgas betriebenen Heizung eine Biogas-Heizung werden. Somit kann man jede Gasheizung mit Biogas betreiben.

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Vorteile von Biogas zum Heizen

Erneuerbare Energiequelle: Biogas ist eine erneuerbare Energiequelle, da es aus organischen Materialien erzeugt wird. Solange Biomasse zur Verfügung steht, kann Biogas produziert werden.

Reduzieren von CO2: Biogas weist eine geringere CO2-Bilanz auf als fossile Brennstoffe wie Kohle oder Erdgas. Im Zuge der Verbrennung wird nur das CO2 freigesetzt, das von der Biomasse zuvor aufgenommen wurde. Der Netto-CO2-Ausstoß ist also kleiner.

Lokale Energieerzeugung: Biogas kann vor Ort produziert werden, z. B. auf Bauernhöfen oder in industriellen Biogasanlagen. Das reduziert die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen und stärkt die regionale Wirtschaft.

Infografik Vergleich CO2-Emissionen Biomethan, Erdgas, Benzin und Kohle
Vergleich der CO2-Emissionen unterschiedlicher Energieträger auf der Basis des CO2-Äquivalent. Die Einheit CO2-Äquivalent versucht sowohl die direkten als auch die indirekten Emissionen (z. B. das Entweichen von klimaschädlichen Gasen durch Produktion und Transport) zu betrachten.

Vorhandene Infrastruktur: Deutschland verfügt über ein weitreichendes Gasnetz, in dem aufbereitetes Biogas genauso transportiert werden kann wie fossiles Erdgas. Damit wird es direkt in die Wohngebäude mit Gasanschluss geleitet, um die dort vorhandenen Heizungen zu versorgen.

Vielseitiger Einsatz: Biogas kann Erdgas komplett ersetzen und außerdem zur Stromerzeugung oder als Kraftstoff genutzt werden. Gasheizungen können sowohl mit fossilem Erdgas als auch mit Biogas betrieben werden.

Weniger Abhängigkeit von Preisschwankungen: Da die Biomasse meist lokal verfügbar ist, sinkt die Abhängigkeit für Schwankungen von Öl- und Gaspreisen.

Nachteile beim Heizen mit Biogas

Schwankende und (noch) geringe Verfügbarkeit: Die Menge an produziertem Biogas variiert mit der Verfügbarkeit der Biomasse – saisonal und regional. Trockenperioden oder Knappheiten können die Produktion von Biogas beeinträchtigen. Weiterhin wird fast 90 % des produzierten Biogases heute noch überwiegend zur Verstromung und damit Herstellung von Ökostrom genutzt.

Aufbereitungskosten: Um mit Biogas zu heizen, muss es aufbereitet werden. Erst dann weist es die notwendige Reinheit, sprich Qualität, und den entsprechenden Methangehalt auf und kann effizient genutzt werden.

Einsatz von Biomasse: Bei der verarbeiteten Biomasse kommen auch Substrate zum Einsatz, die kein Abfall sind, z. B. Zuckerrüben oder Raps. Statt in der Biogas-Anlage könnten sie auch an anderer Stelle (Lebensmittel, Futtermittel) verwendet werden.

Kosten und Förderung von Biogas-Heizungen

Wer beim Heizen auf Biogas umsteigen möchte, stellt sich natürlich die Frage nach den Kosten. Die Preise für Biogas variieren je nach Biogas-Anteil, Standort und Verfügbarkeit. Daher ist eine Gasheizung mit Biogas aktuell noch teurer als Heizen mit Erdgas.

Das am meisten verbreitete Biogas hat einen Anteil von 10 % Biomethan und ist kaum teurer als fossiles Erdgas. Reines Biogas, im Fachjargon 100-%-Biogas genannt, ist dagegen kostspieliger. Bei Abnahme von 10.000 kWh pro Jahr kostet die Kilowattstunde Biogas (100 %) etwa 13 Cent, bei fossilem Erdgas liegt der Preis im August 2023 bei ca. 10 Cent.

Das liegt daran, dass die Kosten für die Beschaffung, Produktion und Verarbeitung von Biogas höher sind als bei Erdgas. Und Biogas muss erst aufbereitet werden, bevor es sich zum Heizen, zur Stromerzeugung oder als Kraftstoff eignet.

Damit erfüllen Verbraucher*innen die Anforderung der 65 %-Regel des neuen EEG beim Heizungstausch, wenn sie zum Heizen mindestens 65 % Biogas, biogenes Flüssiggas oder Wasserstoff nutzen. Das ist vor allem im Gebäudebestand wichtig, wo nicht immer ohne Weiteres alternative Heizsysteme eingesetzt werden können, sondern nach wie vor die Gasheizung die einzige Alternative ist. Das wäre also mit einem „65 % Biogas-Produkt“ möglich.

Der Einbau einer neuen Gasheizung bei einem Heizungstausch ist unter Berücksichtigung der 65-%-Regel also erlaubt. Die Gasheizung mit Biogas ist aber nicht förderfähig – auch nicht mit Biogas. Fördermittel bekommen Hausbesitzer*innen nur für den Einbau einer Heizung, die komplett auf Erneuerbaren Energien basiert.

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Aus der eigenen Gas-Heizung wird eine Biogas-Heizung

Viele Verbraucher*innen stellen sich die Frage, ob ihre bestehende Gasheizung einfach so zur Biogas-Heizung umfunktioniert werden kann. Hier muss man zwei Sachverhalte unterscheiden.

Wenn man zu einem Gastarif mit 100 % Biogas wechselt, wird zumeist kein reines Biogas aus der Leitung in die Heizung kommen. Das ist oft technisch gar nicht möglich. Vielmehr wird das gleiche Gas wie zuvor geliefert. Allerdings verpflichtet sich der Anbieter, bei dem man den Tarif gebucht hat, eben diese Menge Biogas in das Gasnetz einzuspeisen. Bedeutet: Das Gas wird also insgesamt um diesen Anteil klimafreundlicher.

Sollte tatsächlich 100 % Biogas verwendet werden, dann kann es sein, dass kleinere technische Änderungen notwendig werden. Es ist ratsam, hier einen Heizungsprofi hinzuziehen. In der Regel ist das aber gar nicht notwendig, siehe auch Funktionsweise von Ökostrom.

Kurz gesagt: Jede Erdgasheizung kann auch mit Biogas heizen und wird damit eine Biomethan-Heizung, wenn der Gastarif ein Biogas-Tarif ist.

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Biogas im Heizungssystem

Heizen mit Biogas bietet viele Vorteile. Biogas ist eine nachhaltige und erneuerbare Energiequelle. Die Biogasproduktion fördert die Kreislaufwirtschaft und bei der Verarbeitung von Biogas entsteht kein zusätzliches CO2. Es stärkt die regionale Energieversorgung und verringert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die Technologie entwickelt sich zudem ständig weiter, was zu verbesserten Effizienz- und Aufbereitungsverfahren führt. Und vielleicht der wichtigste Punkt: Man kann damit die bereits vorhandenen Gasleitungen nutzen.

Dem stehen allerdings höhere Kosten und eine begrenzte Verfügbarkeit entgegen. Deswegen sind Biogas-Heizungen mit einem Biogas-Anteil von 65 % mittelfristig eine realistische, wenn auch vorerst teurere Alternative.

Belege

(1) Statista: Gesamtbestand der zentralen Wärmeerzeuger in Deutschland 2021

(2) Statista: Anzahl der Biogasanlagen seit 1992

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