Kurz und knapp 

  • Wärmepumpenstrom ist ein spezieller Stromtarif für Wärmepumpenheizungen. Er ist oft deutlich günstiger als Haushaltsstrom.
  • Für Wärmepumpenstrom kann ein normaler Haushaltszähler oder ein separater, smarter Stromzähler genutzt werden.
  • Wenn ein großer Teil des Stroms aus einer eigenen Photovoltaikanlage stammt, lohnt sich ein spezieller Wärmepumpentarif oft weniger. Ohne PV-Anlage kann man dagegen einige hundert Euro Stromkosten pro Jahr sparen.
  • Neu seit 2024: Haushalte mit steuerbaren Wärmepumpen können eine Rückvergütung von im Schnitt 150 € pro Jahr auf die Stromrechnung erhalten. Voraussetzung ist eine Steuerbox oder ein intelligentes Messsystem (Smart Meter).

Inhaltsverzeichnis

Wärmepumpen werden zunehmend als effiziente und umweltfreundliche Lösung für das Heizen und Kühlen von Wohngebäuden geschätzt. Sie nutzen Wärme aus der Umgebungsluft, dem Boden, Grundwasser oder anderen Quellen und machen diese Wärme nutzbar. Wie genau diese Technologie funktioniert, erklären wir in unserem Artikel zur Funktionsweise von Wärmepumpen.

Sie können klimaneutral arbeiten, wenn sie mit Strom aus Erneuerbaren Energien, also mit Ökostrom, betrieben werden. 

Trotz anfänglich höherer Investitionskosten (z. B. im Vergleich zu einer fossil betriebenen Heizung) ermöglichen Wärmepumpen auf lange Sicht in den meisten Fällen eine Kostenersparnis.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, staatliche Fördermittel für den Einbau zu erhalten.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe verbraucht laut Heizspiegel Deutschland in einem typischen Einfamilienhaus etwa 5.000 bis 6.000 kWh Strom pro Jahr. Wie hoch der tatsächliche Stromverbrauch ausfällt, hängt vor allem vom Energiebedarf der Immobilie ab.

Grundlage für die Berechnung ist die sogenannte Heizlast. Die Heizlast ist in jedem Gebäude anders, ein zentraler Einflussfaktor ist die Größe der Wohnung bzw. des Hauses. Weiter spielt die Gebäudedämmung eine wichtige Rolle oder auch die Art der Heizkörper. Und nicht zuletzt beeinflusst das Nutzungsverhalten der Bewohner und Bewohnerinnen die benötigte Heizenergie.

All diese Faktoren wirken sich auf die Menge des benötigten Wärmepumpenstroms aus. Der tatsächliche Stromverbrauch lässt sich deshalb nur individuell bestimmen. Dass sich der Einbau einer Wärmepumpe inklusive diverser Begleitmaßnahmen lohnt, zeigt z. B. dieser Erfahrungsbericht.

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Was ist Wärmepumpenstrom und welche Vorteile hat er?

Wärmepumpenstrom ist ein spezieller Stromtarif für Wärmepumpen, bei dem durch reduzierte Netzentgelte und Abgaben häufig niedrigere Stromkosten entstehen als bei normalem Haushaltsstrom. Rein technisch handelt es sich um normalen Strom, der über das Leitungsnetz in das Gebäude fließt.

Der Unterschied liegt im Tarif: Wärmepumpenstrom gilt als Heizstrom, der vom Staat gefördert wird. Dadurch fallen 2 große Kostenfaktoren nicht in voller Höhe an, die normalerweise im Strompreis voll integriert sind: die Netzentgelte und die sogenannte Konzessionsabgabe.

Reduzierte Netzentgelte

Die Netzentgelte nutzt der Staat, um Stromleitungen und den Ausbau des Leitungssystems zu finanzieren – also um den Strom zu transportieren. Bei Wärmepumpenstrom fallen diese Netzentgelte nur zu 40 % an, denn Wärmepumpen haben den Vorteil, dass sie netzdienlich agieren und so zur Stabilisierung des Netzes beitragen können.

Mit Inkrafttreten des neuen §14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) müssen Wärmepumpen, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommen wurden und deren Leistung über 4,2 kW liegt, steuerbar sein. Dies geschieht, indem dem Netzbetreiber über externe Steuereinheiten wie Smart Meter oder Steuerboxen direkter Zugriff auf die Geräte ermöglicht wird. Er kann so die Leistung der Anlagen bei drohender Überlastung kurzzeitig reduzieren. Ältere Wärmepumpen sind von der Steuerungspflicht befreit, können aber freiwillig umrüsten und somit von reduzierten Netzentgelten profitieren.

Da die Wärmepumpe in der Regel mit einem Pufferspeicher kombiniert wird, ist während dieser Reduzierung der Leistung keinerlei Komfortverlust zu befürchten. Verbrauchende müssen sich also nicht über eine kalte Wohnung sorgen. Die Möglichkeit verschafft dem Netzbetreiber aber kostenminderndes Potenzial, um die Lasten im Stromnetz besser zu verteilen.

Die Reduktion der Netzentgelte macht einen Großteil der Vergünstigung bei Wärmepumpenstrom aus. Dabei kann zwischen 3 Modulen gewählt werden:

Modul 1: Pauschaler Rabatt 

  • Wird bei Inbetriebnahme standardmäßig an den Energielieferanten gemeldet
  • Separater Zähler nicht zwingend erforderlich, d. h. Haushaltsstrom und Wärmepumpenstrom laufen über einen Zähler
  • Steuerbox erforderlich damit die Regelung funktioniert und der Rabatt gewährt werden kann
  • Vom Verbrauch unabhängige Entlastung von ca. 110 – 190 € pro Jahr (im Schnitt 150 €, abhängig vom Netzbetreiber)

Modul 2: Prozentualer Rabatt 

  • Wechsel zu Modul 2 muss beim Energielieferanten beauftragt werden
  • Separater Zähler zwingend erforderlich, d. h. es sind 2 Lieferverträge notwendig (Haushaltszähler und 2. Zähler für den Wärmepumpenstrom) 
  • Steuerbox notwendig, intelligentes Messsystem muss beantragt sein
  • Reduktion des Netzentgelt-Verbrauchspreises um 60 %
  • Grundgebühren des Netzbetreibers und diverse Umlagen entfallen

Da für den zweiten Zähler Einbaukosten und eine Gebühr anfallen, lohnt sich Modul 2 v. a. bei einem höheren Wärmestromverbrauch ab etwa 4.000 kWh.

Modul 3: Zeitvariabler Rabatt

  • Basiert auf 3 tageszeitabhängigen Tarifen
  • Netzbetreiber gibt Standard-, Niedrig-, und Hochlastzeiten vor und passt Netzentgelte entsprechend an
  • Zeitabhängiger Rabatt für Netzentgelt in Zeiten mit niedriger Last
  • Intelligentes Messsystem muss für intelligente Verbrauchsteuerung installiert sein

Das Modul 3 eignet sich für alle, die ihr Verbrauchsverhalten anpassen können wie z. B. Elektroautofahrer, die dann das Elektroauto laden, wenn viel Strom im Netz ist. Dieser ist dann besonders günstig.

Geringe Konzessionsabgabe

Mit der Konzessionsabgabe erheben Städte und Gemeinden Gebühren von den Energieversorgern für die Nutzung des öffentlichen Raums wie z. B. durch Strommasten oder Umspannstationen. Heizstromtarife wie Wärmepumpenstrom sind Sondertarife, für die eine geringere maximale Konzessionsabgabe anfällt.

Weitere mögliche Entlastungen

Ist die Wärmepumpe an einen separaten Stromzähler angeschlossen, kann man sich außerdem von 2 Umlagen befreien lassen, die normalerweise auf die Stromkosten anfallen: die KWKG-Umlage und die Offshore-Netzumlage. Diese Rückvergütung muss einmalig beim Netzbetreiber beantragt werden (bei einem Anbieterwechsel also erneut) und wird rückwirkend mit der Stromabrechnung erstattet.

Welche Voraussetzungen gelten für Wärmepumpenstrom?

Um einen speziellen Wärmepumpentarif nutzen zu können, benötigen Haushalte in der Regel eine steuerbare Wärmepumpe und einen geeigneten Stromzähler. Je nach Tarifmodell kann außerdem ein separater Stromzähler oder ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) erforderlich sein.

Ob sich ein Umstieg auf einen speziellen Wärmepumpentarif finanziell auszahlt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Damit Haushalte von den vergünstigten Konditionen profitieren können, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: 

  1. Separater Stromzähler: Je nach gewähltem Modul benötigt man einen separaten Stromzähler. Dessen Installation kostet einmalig ab etwa 300 €. Sollten umfangreichere Umbauten für die Installation des Zählers notwendig sein, können zusätzliche Kosten anfallen. Dazu kommt eine jährliche Gebühr, die für einen digitalen Stromzähler bei 25 € und für einen Smart Meter mitsamt Steuerbox aktuell bei 100 € liegen. Diese Gebühr ist gesetzlich gedeckelt, wird beim Smart Meter aber in der Praxis teilweise höher angesetzt – hier lohnt sich ein Vergleich.
  2. Externe Steuereinheit: Seit Anfang 2024 müssen neue Wärmepumpen mit einer Leistung über 4,2 kW steuerbar sein, oft wird hier auch von einer steuerbaren Verbrauchseinheit gesprochen. Ältere Anlagen können freiwillig nachgerüstet werden, um von den Vergünstigungen zu profitieren.

Übergangsregelung bis 2030

Derzeit sind die erforderlichen Stromzähler und Steuereinheiten noch nicht überall verfügbar. Netzbetreiber haben bis 2030 Zeit, Zähler und Steuertechnik flächendeckend nachzurüsten. Daher gelten die Voraussetzungen für Wärmepumpenstrom auch dann als erfüllt, wenn die Wärmepumpe theoretisch steuerbar ist und beim Netzbetreiber angemeldet wurde. Dies ist bei Wärmepumpen mit einer Leistung über 4,2 kW, die seit 1. Januar 2024 neu installiert wurden, automatisch der Fall.

Steuerung über Energie-Management-Systeme

Außerdem lassen sich Wärmepumpen auch über ein Home-Energy-Management-System (HEMS) steuern, das die Vorgaben des Netzbetreibers automatisch umsetzt. Gerade in Kombination mit PV-Anlagen kommen diese HEMS häufig zum Einsatz, denn sie erleichtern den planbaren Verbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom.

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Wie lassen sich Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren?

Wer seine Wärmepumpe mit Solarstrom aus einer eigenen Photovoltaikanlage betreiben möchte, hat 2 Optionen:

  1. Alle Anlagen laufen über einen einheitlichen Zähler. Dann kann man seinen eigenen Solarstrom nutzen sowie zusätzlich Strom aus dem Netz beziehen. Ein spezieller Tarif für Wärmepumpenstrom ist dann aber nicht möglich, dafür aber der pauschale Rabatt von durchschnittlich 150 €.
  2. Es werden 2 Zähler in Reihe geschaltet, auch Kaskade genannt. Der eine Zähler misst den Strom aus dem Netz und den eingespeisten PV-Strom. Der Bedarf an Haushaltsstrom wird wiederum von dem 2. Zähler erfasst. Daraus wird eine Differenz berechnet, die den Strombedarf der Wärmepumpe erfasst. Dieser kann wiederum mit einem Wärmepumpentarif gedeckt werden.

Mehr zum Thema Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage mit Stromspeicher lesen Sie hier.

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Fazit: Wann sich Wärmepumpenstrom lohnt

Ein Stromtarif für eine Wärmepumpe kann sich finanziell vor allem ab einem Stromverbrauch von mehr als 3.000 bis 4.000 kWh pro Jahr lohnen. Dann sind die Kosten für den Betrieb der Wärmepumpe häufig günstiger als beim normalen Haushaltsstrom, sodass sich je nach Wohnort mehrere hundert Euro pro Jahr einsparen lassen.

Allerdings bringen der zum Teil erforderliche 2. Zähler und die externe Steuereinheit Zusatzkosten mit sich. In solchen Fällen kann es manchmal ratsam sein, die Wärmepumpe über den herkömmlichen Haushaltsstrom zu betreiben.

Zieht die Wärmepumpe nur wenig Strom aus dem Netz, etwa weil sie zusätzlich von einer Photovoltaikanlage versorgt wird, sieht das – wie beschrieben – anders aus und ein separater Stromzähler lohnt dann meistens nicht. Ein Vergleich der Stromtarife hilft daher, die wirtschaftlich sinnvollste Lösung für den eigenen Haushalt zu finden.

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