Installation einer Brennstoffzellenheizung in einem haus

Brennstoffzellenheizung in der Praxis: Was bringt der Heizungstausch?

Brennstoffzellenheizungen sind eine neue, innovative Alternative für eine klimafreundliche Wärmeerzeugung. Aber funktionieren die Geräte denn auch wie geplant im Alltag? Hier ein Bericht aus der Praxis Weinreuter in Leingarten (Baden-Württemberg). Vor zwei Jahren entschieden sich die Zahnärzte bei der fälligen Heizungssanierung für die stromerzeugende Heizung.

„Geringere Energiekosten, höherer Komfort: Für uns war die Brennstoffzellenheizung die richtige Wahl!“

Im eigenen Job ist Fortschritt Trumpf: Dr. Stefan Weinreuter ist niedergelassener Zahnarzt in Leingarten bei Heilbronn. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder betreibt er dort eine Praxis in einem Gebäude aus den 90er Jahren, das im Januar 2019 auch im Heizungskeller mit Fortschritt ausgestattet wurde. Damals wurde aus zwei veralteten Gasheizungen eine Brennstoffzellenheizung – und aus den Doktoren Freunde der Kraft-Wärme-Kopplung! Was knappe zwei Jahre mit dem neuen System mit sich gebracht haben, verrät Dr. Stefan Weinreuter im Gespräch mit natürlichZukunft.

Da für die beiden bisher genutzten Gasheizungen des Praxisgebäudes die Ersatzteile knapp wurden, entschieden sich die Brüder Weinreuter im Jahr 2019 für eine Heizungssanierung: Eine moderne Anlage sollte her, die mehr als 300 Quadratmeter Praxisfläche energiesparend beheizen musste. Außerdem musste dem strengen Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) in Baden-Württemberg entsprochen werden. Mit einem sehr hohen Stromverbrauch, Wärme- und Warmwasserbedarf speziell während der Geschäftszeiten und einem vorhandenen Erdgas-Anschluss passte das Profil der Zahnarztpraxis zur Nutzung einer Brennstoffzellenheizung, wie sie unter anderem von Erdgas Südwest angeboten wird. Die Brüder wagten den Schritt – und knapp zwei Jahre später zeigt sich, dass sich die Entscheidung für eine Brennstoffzellenheizung mehr als gelohnt hat!

Komplettservice für reibungslosen Umstieg

Dank dem Alles-aus-einer-Hand-Angebot von Erdgas Südwest lief beim Heizungsaustausch von Beginn an alles nach Plan. Aufgrund der knapp bemessenen Zeit der beiden Zahnärzte vertrauten sie von der Auswahl der Geräte und Fachbetriebe über die Abstimmungen mit Handwerkern, Schornsteinfeger und Netzbetreibern bis zur Koordination der unterschiedlichen Arbeiten die komplette Umsetzung dem Energieexperten an. Sie selbst mussten erst bei der Einweisung nach Inbetriebnahme der Heizungsanlage aktiv werden: „Die Betreuung durch Erdgas Südwest lief von Anfang an sehr gut, auf Fragen bekamen wir schnell Antwort und auch alle Fristen wurden eingehalten. Manche Projektschritte erforderten einiges an Zeit, doch das wurde von Anfang an klar kommuniziert“, zeigt sich Dr. Stefan Weinreuter zufrieden.

Weiterlesen auf natürlichZukunft: Videobericht über den Einbau der Brennstoffzellenheizung in der Praxis Weinreuter im Rahmen einer Heizungssanierung.

Ob Bereitstellung einer temporären Ersatzheizung während der Installationszeit oder Erstellung und Einreichung der Förderanträge bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Auch alle organisatorischen Tätigkeiten übernahm der Energiedienstleister aus dem Südwesten für die Modernisierer. „Dieser Komplettservice war vor allem bei der Beantragung der Fördergelder eine enorme Erleichterung“, erinnert sich Herr Weinreuter. „Wenn von der KfW ein neues Schreiben in ‚Fachchinesisch‘ eintraf, kümmerte man sich rasch und unbürokratisch um alle angefragten Informationen.“ Diese Betreuung lohnte sich, denn so profitierten die Zahnärzte von einer attraktiven Fördersumme der KfW und einem zusätzlichen Zuschuss des Netzbetreibers. „Aufgrund verschiedener Rückfragen der KfW, die allesamt durch Erdgas Südwest geklärt wurden, dauerte es rund vier Monate, bis die Fördergelder auf unserem Konto eintrafen. Heute läuft dieser Prozess mit Sicherheit deutlich schneller ab“, so Dr. Stefan Weinreuter.

Porträtfoto Dr Weinreuther Interview Brennstoffzellenheizung
Dr. Stefan Weinreuter in seiner Praxis

Hoher Wirkungsgrad und bestes Klima

Die Vorteile der Brennstoffzellenheizung zeigten sich im täglichen Betrieb nach kürzester Zeit. Die neue Anlage erzeugt aus Erdgas zugleich Wärme und Strom und entspricht damit genau den Anforderungen der Zahnarztpraxis. Obwohl die Brennstoffzellenheizung nur werktags während der Sprechzeiten läuft, kann der Stromverbrauch im Praxisbetrieb zu rund 20 Prozent (2.300 kWh von 12.800 kWh) durch die eigene Stromproduktion abgedeckt werden – in einem Privathaushalt, in dem die Anlage dauerhaft in Betrieb ist, ist der Anteil autark produzierten Stroms noch deutlich höher. Dabei kann eine Stromautarkie bis 60 Prozent des Gesamtverbrauchs erreicht werden. Zusätzlich wird in der Praxis knapp ein Drittel des erzeugten Stroms ins Netz eingespeist und vergütet. „Bei der Abrechnung von Stromproduktion und eingespeistem Strom war im ersten Jahr der Wurm drin. Inzwischen wurde dieses Problem aber glücklicherweise gelöst und nun läuft alles zu unserer vollsten Zufriedenheit“, berichtet Dr. Stefan Weinreuter. Für zusätzliche Effizienz stellten die Zwillingsbrüder zudem die verschiedenen Reinigungsgeräte in der Praxis von Kalt- auf Warmwasser um. Neben den geringeren Stromkosten konnte mit der neuen Anlage auch der Gasverbrauch im Vergleich zu den beiden bisherigen Gasheizungen um rund 25 Prozent reduziert werden (von ca. 4.400 m3 auf ca. 3.300 m3) – ein echter Kostenvorteil für die Zahnärzte.

Wie funktioniert eine Brennstoffzelle?

Während des Prozesses in der Brennstoffzelle werden Strom und Wärme erzeugt, wenn der Wasserstoff mit dem Sauerstoff reagiert. Mit dieser Wärme kann Wasser erhitzt und entweder zum Heizen oder in der Warmwasserversorgung eingesetzt werden. Für einen effizienten Betrieb der Brennstoffzelle ist es deshalb erforderlich, Wärme und Strom in gleichem Maße zu nutzen. Um den Wirkungsgrad der Brennstoffzellenheizung zu maximieren, wird deshalb im Praxisbetrieb das Wasser für die Reinigungsgeräte mit der erzeugten Wärme erhitzt.

Weiterlesen auf natürlichZukunft: So funktioniert eine Brennstoffzellenheizung.

 

Zuverlässige, zukunftssichere Technologie und hoher Wirkungsgrad sind das eine. Dr. Stefan Weinreuter schätzt darüber hinaus aber auch die komfortable Bedienung der neuen Heizungsanlage. „Die Temperatur in den Praxisräumen reguliere ich ganz einfach per App – an kälteren Tagen oder nach dem Wochenende kann ich beispielsweise die Temperatur rechtzeitig von Zuhause aus hochfahren. Damit haben wir immer ein angenehmes Klima in der Praxis und die Heizungen müssen nicht mehr individuell in jedem Raum hoch- und runtergedreht werden.“ Den Heizraum selbst muss der Arzt zur Steuerung der Anlage gar nicht mehr betreten. „Trotzdem freue ich mich darüber, dass der Raum mit der neuen Heizung viel aufgeräumter und moderner wirkt – eine rundum saubere Sache!“

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Lohnende Alternative auch im privaten Umfeld

Auch in finanzieller Hinsicht macht der Umstieg auf die neue Heizung dank des geringeren Energieverbrauchs Sinn. Einen Teil der Installationskosten konnte der Praxisinhaber durch die Zuschüsse von KfW und Netzbetreiber decken. Und neben der staatlichen Förderung profitierte der Zahnarzt, der die Räume als Eigentümer an die Gemeinschaftspraxis vermietet, zudem von einem beträchtlichen Steuerbonus für die energetische Sanierung. „Die Modernisierung der Heizungsanlage durch einen Fachbetrieb konnte ich sofort als Komplettrenovierung steuerlich geltend machen – für mich hat sich das durch eine Steuerrückerstattung im fünfstelligen Bereich bezahlt gemacht!“

Weiterlesen auf natürlichZukunft: So kalkulieren Sie die Kosten für den Einbau einer Brennstoffzellenheizung beim Heizungstausch.

Dem alten Heizungssystem trauert Dr. Stefan Weinreuter nicht hinterher – im Gegenteil! Auch im Bekanntenkreis berichtet er zufrieden von seiner neuen Brennstoffzellenheizung, zeigt die Anlage und beantwortet Fragen. Und auch für sein privates Heim denkt er über einen Umstieg nach: „Vor allem für eine größere Familie ist eine Brennstoffzellenheizung die ideale Option. Da im Wohnhaus neben Wärme und Strom auch mehr Warmwasser benötigt wird als in unserer Praxis, ist die Laufzeit der Heizung länger und somit die Menge an produziertem Strom noch größer. Sobald bei uns Zuhause ein Heizungstausch ansteht, werden wir uns definitiv von Erdgas Südwest beraten lassen, ob sich die Brennstoffzellenheizung für uns lohnt.“ 

Sein Fazit nach knapp zwei Jahren mit dem neuen System: „Deutlich gestiegener Komfort bei geringeren Energiekosten und ein Partner, der guten und schnellen Service bietet – für uns war die Installation der Brennstoffzellenheizung die richtige Wahl!“

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