08.07.2019

Photovoltaik auf Wasser: Vorzeigeprojekt in Renchen feiert Eröffnung

Autarkie für Kieswerksbetreiber Armin Ossola

Mit der heutigen offiziellen Eröffnung der schwimmenden Photovoltaik-Anlage auf dem Baggersee Maiwald in Renchen haben die beteiligten Akteure Armin Ossola und Erdgas Südwest ein Zeichen für die Energiewende gesetzt. Unter Anwesenheit von Umweltminister Franz Untersteller sowie Bürgermeister Bernd Siefermann wurden der Öffentlichkeit nochmals alle Fragen zum Projekt, zu Energieautarkie sowie zu Umweltaspekten beantwortet. Im Anschluss hatten Besucher die Möglichkeit, die Anlage auch aus der Nähe zu besichtigen.

„Ein fürwahr nicht alltägliches Projekt, welches sicher noch viele in Erstaunen versetzen wird“, sagte Franz Untersteller bei seiner Festansprache. „Bei den zahlreichen Baggerseen in der Gegend besteht großes Potenzial, mit ähnlichen Projekten einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“

Das Projekt „schwimmende PV-Anlage“ war von Armin Ossola, Geschäftsführer Ossola GmbH und Regionalbeirat Süd von Kieswirtschaft im Dialog Oberrhein e. V., gemeinsam mit der Erdgas Südwest GmbH realisiert worden. Mit der rund 800.000 Kilowattstunden starken und deutschlandweit größten Anlage dieser Art ist das Unternehmen in der Lage, einen Teil seines Strombedarfs für schwere Geräte selbst vor Ort zu erzeugen und zu verwenden. „Photovoltaik bietet sich für die eigene dezentrale Stromversorgung förmlich an. Nicht nur wegen des bekannten Slogans ‚Baden, von der Sonne verwöhnt‘, sondern vor allem sind die Monate, in denen eine PV am effizientesten ist, gleichzeitig die Monate, in denen am meisten Kies produziert wird“, sagt Armin Ossola.

Wird der grüne Strom nicht verbraucht, fließt er in das öffentliche Netz und wird von Erdgas Südwest direkt vermarktet. Ralf Biehl, Geschäftsführer Erdgas Südwest, erläutert: „Es geht nicht einfach nur um die Produktion von erneuerbarer Energie, sondern auch um eine effiziente und nachhaltige Verwendung. Armin Ossola hat Unternehmergeist und Weitblick gezeigt.“

Wasser im Vorteil gegenüber Land

Warum aber wurden die Module auf Pontons installiert und ins Wasser gelassen? „Aktive Baggerseen bieten uns eine bisher ungenutzte Flächenkulisse, die die Ziele einer regionalen Rohstoffgewinnung mit dezentraler regenerativer Energieerzeugung perfekt in Einklang bringt“, erklärt Boris Heller, Projektleiter von Erdgas Südwest. Durch die Reflektion des Wassers ist außerdem ein bis zu zehn Prozent höherer Energieertrag möglich.

Vorbild für eine energieintensive Branche

Peter Röhm, Präsident des Industrieverbandes Steine und Erden Baden-Württemberg e. V. und ebenfalls bei der Eröffnung vor Ort, unterstützt die Initiative von Armin Ossola: „Die Natur hat durch ihre gewaltige Kraft des Wassers Kiese und Sande in hervorragender Qualität und Quantität in der Oberrheinebene zwischen Basel und Mannheim verteilt.“ Ein anderes Instrument der Natur, die Sonne, versorgt zudem mit Energie. Um den Bedarf an Energie und an Rohstoffen umweltgerecht zu decken, ist eine dezentrale Energie- und Rohstoffgewinnung erforderlich. Baggerseen bieten eine Möglichkeit, ohne weitere Raumnutzungskonflikte die „dezentrale Energiewende“ einzuleiten.

Zudem werden damit Emissionen gesenkt. Dies bestätigen auch die Zahlen: Ossola spart mit der Anlage etwa 560.000 Kilogramm schädliches CO2 pro Jahr ein. Für die rund 150 in Betrieb befindlichen Baggerseen entlang der Rheinschiene ist die Eröffnung des Vorzeigeprojekts also durchaus ein Signal, selbst aktiv zu werden.

Weitere Informationen: www.erdgas-suedwest.de | Online-Magazin: https://www.erdgas-suedwest.de/natuerlichzukunft/