15.07.2020

Größte schwimmende PV-Anlage Deutschlands feiert Einjähriges

Teilautarkie für Kieswerk in Renchen / Bessere Werte als kalkuliert / Nur positive Erfahrungen gemacht

Vor einem Jahr wurde die größte schwimmende Photovoltaik-Anlage auf dem Maiwaldsee in Renchen eröffnet. Initiiert hatte das Projekt der Kieswerksbetreiber Armin Ossola gemeinsam mit dem regionalen Energiedienstleister Erdgas Südwest GmbH. Ein Rückblick zeigt schon jetzt: Die Investition von rund einer Million Euro hat sich gelohnt.

Armin Ossola hatte sich mit dem Projekt allen Skeptikern zum Trotz vor allem ein Ziel gesetzt: Er wollte die sonnenverwöhnte Lage seines Kieswerks zur Stromgewinnung nutzen. Diese Energie sollte dann direkt in den Betrieb der schweren Geräte wie Bagger und Förderbänder fließen.

Gemeinsam mit der Erdgas Südwest GmbH ging er das Projekt an und startete im Juli 2019 mit 2.300 auf der Wasseroberfläche schwimmenden PV-Modulen durch. Ein Jahr später stehen die anfänglichen Pläne harten Fakten gegenüber – und diese überzeugen auf ganzer Linie:

  • Geplant waren 800.000 kWh grüner Sonnenstrom im Jahr. Erreicht wurden sogar 860.000 kWh.
  • Bis zu zwei Drittel des erzeugten Stroms sollten in die Eigenversorgung fließen. In Wirklichkeit sind es heute 75 Prozent.
  • Insgesamt konnten die Stromkosten im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent reduziert werden.
  • 560 Tonnen CO2 wollte man sparen. Das Ziel wird erreicht.

Wetter kann Anlage nichts anhaben

Auch extremen Wetterbedingungen hielt die Anlage im vergangenen Jahr tadellos stand. So ist der Hitzesommer 2019 genauso schadlos an der Anlage vorbeigegangen wie der stürmische Februar 2020. Windgeschwindigkeiten über 100 km/h und somit Windstärke 10-11 sorgten lediglich für ein verbogenes Dach der Wechselrichter, das schnell repariert war. Die Module auf dem Wasser wiederum zeigten sich sturm- und wetterresistent.

Wir haben nur positive Erfahrungen mit der Anlage gemacht. Es war die absolute richtige Entscheidung, in dieses Projekt zu investieren. Zusätzlich zu den positiven ökonomischen und ökologischen Aspekten haben wir mit der Anlage als umweltfreundliches, innovatives Unternehmen von uns Reden gemacht

, schildert Armin Ossola.

Auch Boris Heller, Leiter Projektentwicklung bei Erdgas Südwest, ist zufrieden mit dem ersten Jahr:

Das Konzept der sauberen Stromerzeugung auf dem Baggersee ohne Flächenkonkurrenz gefiel, wir hatten sehr viele Anfragen. Den grünen Strom direkt vor Ort zu verbrauchen ist ein wichtiger Baustein, um die Energiewende gelingen zu lassen.

So wurden im Laufe der vergangenen zwölf Monate diverse weitere Projekte untersucht und entwickelt. Es ist daher zu erwarten, dass unter Federführung der Erdgas Südwest GmbH ähnliche Projekte folgen werden.

Weitere Informationen finden Sie im Blog: www.erdgas-suedwest.de/natuerlichzukunft/