Ostrach, 26.06.2017

Erster deutscher biohybrid-Energiespeicher soll in Ostrach entstehen

Informationsveranstaltung in Ostrach

Der Energiedienstleister Erdgas Südwest hatte am Dienstag zu einem Informationsabend eingeladen. Dort wurde der biohybrid-Energiespeicher vorgestellt, der in unmittelbarer Nähe zum Energiepark Hahnennest verwirklicht werden soll.

Ostrach. Rund 25 interessierte Bürgerinnen und Bürger, darunter auch Bürgermeister Christoph Schulz, fanden sich am Dienstag im Landhotel Alte Mühle in Ostrach ein. Denn ganz in der Nähe soll der erste deutsche biohybrid-Energiespeicher entstehen. Der Energiedienstleister Erdgas Südwest stellte das Projekt vor und beantwortete die gestellten Fragen. Ein Gast fasste am Ende die Stimmung zusammen: Er sei beeindruckt von den entstehenden Möglichkeiten und hoffe, dass Erdgas Südwest weiterhin die Öffentlichkeit so wie an diesem Abend einbinde und damit für größtmögliche Transparenz sorge.

Auf dem Gelände des Energiepark Hahnennest soll die neue biohybrid-Anlage gebaut werden. Dort sollen künftig bis zu 10 Tonnen Bio-LNG (verflüssigtes Biomethan) pro Tag produziert werden. Zuerst wird Biogas entschwefelt und Kohlenstoffdioxid abgetrennt. Danach erfolgt die Verflüssigung. Für diesen Prozess braucht man Wärme und Strom. Beides wird durch die Energiezentrale, dem Herzstück der Anlage, breit gestellt. Das Besondere der Anlage ist die hybride Fahrweise. Entweder wird die Energie über ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk oder durch erneuerbaren Strom aus dem Netz und einer Power-to-Heat Anlage bereitgestellt. Das entlastet nicht nur das Stromnetz, sondern macht erneuerbare Energien aus Sonne und Wind speicherbar.

Der Einsatz des Bio-LNG ist dazu noch sehr vielfältig und birgt auch neue Absatzmärkte für Biogasanlagen nach der EEG-Förderung. Das Bio-LNG kann die Versorgungssicherheit erhöhen und der Versorgung von Non-Pipeline Gebieten dienen. Zudem ist der Einsatz in der chemischen Industrie als auch im Verkehr und der Schifffahrt möglich.