Kochspaß in Familie

Elektro oder Gas: Ver­gleich des Energie­ver­brauchs von Koch­herden

Das Kochen mit Gas ist mit Abstand die kostengünstigste Art Speisen zuzubereiten. Das zeigt ein Vergleich der vier gängigsten Typen von Küchenherden. Vor allem beim Anschaffungspreis sowie bei den Energiekosten punktet das Kochen mit Gas. Wir stellen die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Kochmöglichkeiten vor.

Das Zubereiten von warmen Speisen auf einem Küchenherd verbraucht Energie. Weil dadurch Kosten entstehen, sind die meisten Verbraucher generell bemüht, den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten. Gleichwohl macht die für das Kochen eingesetzte Energie in privaten Haushalten nur einen relativ geringen Teil des Energieverbrauchs aus. Aussagen über exakte Zahlen dazu sind schwierig zu ermitteln. Zu unterschiedlich sind die individuellen Kochgewohnheiten. Auch der Energieträger spielt dabei eine wichtige Rolle. Insgesamt liegt der geschätzte Anteil für die Speisezubereitung am gesamten Energieverbrauch in privaten Haushalten bei etwa 2 %1. Im Prinzip stehen derzeit vier Technologien für die Zubereitung warmer Speisen zur Verfügung, wobei wir das Kochen mit einem Holzofen und das beliebte Grillen außen vorlassen. Eines gleich vorab: Insbesondere das Kochen mit Gas schneidet in der Kostenrechnung aus unterschiedlichen Gründen hervorragend ab.

Klassischer Elektroherd

Beim Elektroherd werden Kochflächen durch Zufuhr von Strom erhitzt. Im Prinzip gibt es derartige Herde seit über 120 Jahren. Zu Beginn wurden Eisenspiralen zum Glühen gebracht. Aus Gründen der Handhabung lösten in den 50er Jahren Platten aus Gusseisen die Eisenspiralen ab. Nachteil dieser Technik ist der Zeitfaktor. Zum einen dauert es eine gewisse Zeit, bis die Platten zum Kochen sind. Zum anderen bleiben die Platten nach dem Abschalten lange warm – letztlich Verschwendung von Energie. Vorteile der Technologie liegen in den relativ geringen Anschaffungskosten für derartige Herde (etwa 300 bis 600 €) sowie der Umstand, dass fast jedes Kochgeschirr zum Einsatz kommen kann. Wichtig hierbei sind möglichst glatte Böden, denn je besser der Kontakt mit der Platte, desto weniger Energie ist notwendig.

Herd mit Ceranfeldern

Auch der Ceranherd funktioniert mit Elektrizität. Bei Ceran handelt es sich um eine spezielle Art von Glas, die zum einen Wärmestrahlung sehr gut durchlässt und zum anderen eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweist. Daher werden bei Ceranherden unter der Glasplatte angebrachte Metallspiralen zum Glühen gebracht. Deren Wärmestrahlung überträgt sich nahezu verlustlos auf die Kochtöpfe. Vorteil: Die Kochhitze wird innerhalb kurzer Zeit wirksam, lässt sich relativ exakt regulieren und bei Beendigung des Kochvorgangs schnell abschalten. Der Einsatz von Energie ist also effizienter als bei einem Kochplattenherd. Vorteil ist außerdem eine unkomplizierte Reinigung der Kochfelder. Wie beim Elektroherd sind die Anforderungen an die Töpfe nicht besonders hoch. Allerdings liegen die Anschaffungspreise für Ceranherde je nach Ausführungen über denen eines Herdes mit Gusseisenplatten.

Induktionsherd

Seit 1984 sind diese Herde, zunächst in der Gastronomie, im Einsatz. Auch ein Induktionsherd verfügt über eine glatte Oberfläche aus Glaskeramik, aufgeteilt in eingezeichnete Kochfelder. Unter den Kochfeldern sorgen Magnetspulen mithilfe eines induzierten Stromflusses im Boden des Kochgeschirrs für Hitze. Allerdings müssen bei diesen Herden spezielle Kochtöpfe verwendet werden, die im Boden über magnetisierbare Eisenkerne verfügen, auf die die Energie übertragen wird. Der Vorteil von Induktionsherden besteht darin, dass die Energie direkt auf den Topf einwirkt und nicht über eine zu erhitzende Platte oder zum Glühen gebrachte Heizspirale vermittelt wird. Da sich die Glasplatte kaum erhitzt, geht sehr wenig Energie verloren. Vorteil ist also der sehr effiziente Energieeinsatz und der Umstand, dass sowohl der Start wie die Beendigung des Kochvorgangs unmittelbar vonstattengeht. Allerdings ist der Anschaffungspreis für Induktionsherde im Vergleich nach wie vor am höchsten. Auch für die Töpfe muss mit höheren Kosten gerechnet werden.

Gasherd 

Vor etwa 200 Jahren wurden die ersten mit Gas betriebenen Herde entwickelt. Beim Gasherd wird Erdgas einem Brennelement kontrolliert zugeführt, das dann entzündet wird. Direkte Gaskochfelder sind im Vergleich zu Elektroherden höchst ökonomisch. Sie übertragen die Heizenergie ohne Zwischenelement direkt auf die Töpfe. Diese müssen außerdem nicht aus einem speziellen Material gefertigt sein oder ebene Böden aufweisen: Auf einem Gasherd kann man mit jedem noch so verbeulten Topf effizient Speisen erhitzen. Außerdem sind Gasherde unschlagbar günstig, manche Modelle kosten gerade einmal 280 €. Weiterer Vorteil: Auch bei den Energiekosten sind Gasherde mit Abstand Spitzenreiter. Allerdings ist nicht alles Gold was glänzt, als möglicher Nachteil wird manchmal das Reinigen empfunden.

Vergleich des Energieverbrauchs der Kochherde

Wie gesehen, verfügen nicht alle Kochsysteme über die gleiche Effizienz, was technisch bedingt ist. Das wirkt sich auf die Menge der Energie aus, die man einsetzen muss, um das gewünschte Kochergebnis zu erreichen. Um die Systeme zu vergleichen, empfiehlt es sich, von einem vergleichbaren Kochergebnis auszugehen.

Daher hier im Überblick die Werte für die notwendige Energie, die man benötigt, um 1,5 Liter Wasser zum Kochen zu bringen.

  1. Herd mit Induktionstechnik: 0,18 kWh 
  2. Herd mit Ceranfeldern: 0,22 kWh
  3. Elektroherd: 0,26 kWh 
  4. Gasherd: 0,33 kWh 3

Wenn man allerdings die Kostenseite betrachtet, ist das Ergebnis ein ganz anderes. Um 1,5 Liter Wasser zum Kochen zu bringen, bezahlt der Verbraucher bei den betrachteten Küchenherden folgende Beträge:

  1. Gasherd: 1,5 Cent 4
  2. Herd mit Induktionstechnik: 3,0 Cent
  3. Herd mit Ceranfeldern: 3,8 Cent
  4. Elektroherd: 4,5 Cent

Die Erklärung für diesen Unterschied begründet sich in den unterschiedlichen Preisen für Strom und für Gas. Während man für die Kilowattstunde beim Strom im Durchschnitt etwa 30,5 Cent bezahlt, kostet sie bei Erdgas nur 5,7 Cent. (BDEW, Strom- und Gaspreisanalyse Juli 2019)

Daraus ergibt sich dann folgende Rangfolge der Energiekosten für das Kochen in einem Zeitraum von 10 Jahren:

  1. Gasherd: 420 bis 580 Euro
  2. Induktionsherd: 800 bis 1.000 Euro
  3. Ceranherd: 1.000 bis 1.200 Euro
  4. Elektroherd: 1.200 bis 1.500 Euro
Grafik Vergleich von Gasherd zu anderen Kochherden; Kochen mit Gas schneidet gut ab.
In der Grafik werden Kochherde an Hand von Kriterien wie Kosten, Komfort oder Sicherheit usw. verglichen.

Fazit: Kochgas unschlagbar günstig

Wenn man die Anschaffungspreise für das Gerät selbst, für die Töpfe sowie die Energiekosten in Summe betrachtet, scheint aktuell ein Induktionsherd die teuerste Lösung zu sein. Hierzu muss man allerdings erwähnen, dass Kochen mit Induktionskochfeldern zunehmend günstiger wird und der Induktionsherd im Vergleich der Energiekosten unter den Elektroherden den ersten Platz einnimmt.

Elektroherd und Cerantechnik liegen im Mittelfeld und unterscheiden sich nur unwesentlich. Mit Abstand am billigsten ist der Gasherd. Er kostet in Summe nur etwa ein Drittel dessen, was man für einen Induktionsherd aufwenden muss. Zudem sind moderne Gasherde inzwischen Hightech-Geräte mit elektronischen Flammenüberwachungen und Touch-Control, um die Brenner zu steuern. Sicherheitsaspekte spielen daher bei der Entscheidung für Kochgas inzwischen eine untergeordnete Rolle. Für viele Verbraucher spielt hingegen der Klimaschutz eine immer wichtigere Rolle und hier hat die Gastechnologie gute Chancen zukunftsfähig zu sein. Denn mit Biogas und Biomethan kann man auch mit Gas klimaneutral kochen.

Wer vor der Entscheidung steht, welche Technologie ihn die nächsten Jahre in der Küche begleitet, der sollte die Verwendung von Gas zum Kochen daher ernsthaft in Betracht ziehen.

Weiterführende Links:

Informationen über Kochgas auf der Website von Erdgas Südwest.

Belege
(1) www.umweltbundesamt.de
(2) de.statista.com
(3) www.greenmind.besser-web.net
(4) www.energieverbraucher.de


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