Funktionsweise einer Bioerdgasanlage

1. Anlieferung und Wiegen der Rohstoffe

Bevor die Transportfahrzeuge die nachwachsenden Rohstoffe abladen, wird das Nettogewicht des angelieferten Materials ermittelt. Dazu fahren die Fahrzeuge auf eine Waage. Anschließend werden die Rohstoffe im Fahrsilo eingelagert. Die Fahrsilos sind luftdicht abgedeckt und besitzen eine versiegelte Bodenfläche, um das Substrat zu verdichten und lagerfähig zu machen.

2. Die Feststoffdosierer

Mit den Rohstoffen aus den Fahrsilos werden täglich die Feststoffdosierer befüllt. Zusätzlich können flüssige Substrate wie Gülle aus der landwirtschaftlichen Produktion beigefügt werden. Im nächsten Schritt werden die Rohstoffe über einen unterirdischen Versorgungsgang zur Weiterverarbeitung in den Fermenter geleitet. Eine moderne Steuerungsanlage regelt und überwacht den gesamten Prozess.

3. Die Fermenter

Im Inneren der luftdicht abgeschlossenen und wärmeisolierten Fermenter herrscht eine Grundtemperatur von ca. 43 °C – die ideale Gärtemperatur. Heizspiralen sorgen dafür, dass die Temperatur konstant gehalten wird. In einem anaeroben Abbauprozess entsteht aus den Rohstoffen Gärsubstrat. Und das wird zu Biogas. Bei Bedarf verstärken Rührwerke durch Umwälzen des Inhalts den Abbauprozess zusätzlich. Das entstandene Biogas sammelt sich unter dem Fermenterdach.

4. Der Nachgärer

Unterirdische Rohrleitungen transportieren das Gärsubstrat vom Fermenter in den Nachgärer. Hier wird das Gärsubstrat weiter vergoren. Anders als der Fermenter kommt der Nachgärer ohne Heizspiralen aus. Das spitz zulaufende Membrandach dient als Gasspeicher.

5. Das Gärrestlager

Als Nebenprodukt des biologischen Abbauprozesses entsteht der sogenannte Gärrest, der als sehr hochwertiger Dünger für den landwirtschaftlichen Bedarf verwendet wird. Er ist geruchsarm, effizient und kann mineralischen Dünger vollständig ersetzen. Der Gärrest ruht im abgedeckten Gärrestlager, bis die Landwirte ihn abholen.

6. Die Biogasaufbereitung

Erdgas Südwest verwendet das entstandene Biogas nicht zur Stromerzeugung vor Ort, sondern speist es in das Erdgasnetz ein. Dafür muss das Biogas zu Bioerdgas veredelt werden. Dies geschieht in der Biogasaufbereitung. Das Rohgas besteht hauptsächlich aus Methan und CO2. In der Aufbereitung wird es gereinigt und der Methangas-Anteil von 50-60% auf ca. 97% erhöht. Im ersten Schritt wird das Gas mit Hilfe dotierter Aktivkohlefilter entschwefelt. Im Anschluss wird das CO2 mittels der sogenannten Druckwechseladsorption (DWA) entfernt. Übrig bleibt reines Methangas, das ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Die Fackel dient zur kontrollierten Verbrennung des Bioerdgases im Störungsfall. Das bei der DWA abgetrennte CO2, das sogenannte Schwachgas, wird zur Heizung der Fermenter genutzt. Dazu wird der mit CO2 angereicherte Volumenstrom einer thermischen Nachbehandlung zugeführt, in der die noch enthaltenen Methananteile vollständig verbrannt werden. Eine solche Schwachgasbehandlung ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll und macht unsere Bioerdgasanlage besonders effizient.

7. Die Bioerdgaseinspeisestation

Bevor das Bioerdgas ins Netz eingespeist wird, kommt es zur Qualitätskontrolle in der Bioerdgaseinspeisestation. Dort wird das Gas kontinuierlich auf seine brenntechnische Zusammensetzung kontrolliert und mit dem typischen Gasgeruch odoriert. So gewährleisten wir die konstante Bioerdgasqualität im Netz.

8. Bioerdgas und Biokraftstoff beim Kunden

Beim Abnehmer angekommen wird das Bioerdgas je nach Bedarf in Wärme oder Strom umgewandelt. Mini- oder Micro-KWK-Anlagen erzeugen gleichzeitig Strom und Heizwärme. Das ist nicht nur besonders effizient, sondern auch lukrativ. Denn der Strom wird direkt ins öffentliche Netz eingespeist. Und auch immer mehr Autos fahren mit unserem Bioerdgas: An den von Erdgas Südwest belieferten Tankstellen tanken Sie schon heute Erdgas mit 10% Bioerdgasanteil.

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