Münsingen, 06.07.2017

Miteinander über Energieautarkie reden und voneinander lernen

Erfolgreicher Gemeindedialog von und mit Erdgas Südwest

Am 5. Juli trafen sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Energie zum Gemeindedialog im albgut, dem Alten Lager in Münsingen. Ziel des Tages war es, sich über die individuell eingeschlagenen Schritte zur autarken Energiezukunft auszutauschen und so voneinander zu lernen. Veranstalter des Gemeindedialogs war Erdgas Südwest, ein regional verwurzelter Energiedienstleister, der diesen grünen Weg selbst konsequent verfolgt.

„Energiewende klingt groß und gewaltig. Die wirkliche Aufgabe besteht darin, zu zeigen, mit welchen kleinen und auch großen Schritten man heute schon ein aktiver Teil der Energiewende sein und davon profitieren kann”, weiß Ralf Biehl, Geschäftsführer von Erdgas Südwest. Kommunen und Unternehmen erkennen mehr und mehr große Chancen in einer eigenen, weitgehend autarken Energiezukunft.

Kreativität der einzelnen Akteure auf diesem Weg ist gefragt. So finden sich zum Beispiel in vielen Gemeinden ungenutzte Flächen. Die Gemeinde Malsch bei Karlsruhe hat in solch einer Konversionsfläche die Chance für die regionale und nachhaltige Energieversorgung ihrer Gemeinde erkannt. Boris Heller von Erdgas Südwest berichtete vom Erfolg des Solarparks Malsch, der auf einem ehemaligen Deponiegelände errichtet wurde. Getreu dem Motto „Energie von hier zu dir” wird dort seit wenigen Monaten grüner Solarstrom für über 1200 Vier-Personen-Haushalte erzeugt, der bald schon von der Bevölkerung direkt genutzt werden kann.

Es sind jedoch nicht nur die großen Projekte, die Kommunen in ihrem Bestreben nach energetischer Selbstversorgung vorantreiben. „Energieautarkie begeistert uns. Gemeinsam mit unseren Kunden realisieren wir Schritt für Schritt die Potentiale jedes einzelnen Gebäudes zur autarken und grünen Energieversorgung.”, berichtete Dieter Lagois, Geschäftsführer der AutenSys GmbH. Ein Dienstleister, der Unternehmen von der Planung der eigenen Energiezukunft über den Einbau der dafür notwendigen Technik bis hin zum Anschluss an den Energiemarktplatz begleitet. Brennstoffzellen sind solch ein kleiner Schritt mit großer Wirkung. Karl Hauler, Bürgermeister der oberschwäbischen Gemeinde Rottenacker, stellte sein Brennstoffzellen-Projekt vor und gab Einblicke aus erster Hand hinsichtlich Umstellungsprozess, Ressourcennutzung und Wirtschaftlichkeit.

Wirtschaftlichkeit ist, neben den eigenen Klimaschutz-Zielen, ein ausschlaggebender Aspekt, warum auch Unternehmen die eigene grüne Energieerzeugung angehen. Der Nudelhersteller Markus Tress aus Münsingen berichtete, wie er seine Vision der CO2-freien Nudel nach und nach Wirklichkeit werden lässt. Auch das Alte Lager des Veranstaltungsorts albgut ist mit Unterstützung der Erdgas Südwest „biotark” – eine Wortkreation aus biologisch und autark – unterwegs und machte somit den Veranstaltungsort selbst zum erlebbaren Beispiel.

Wer bei der Energiewende jedoch nur an Solarstrom, Solarthermie, Brennstoffzelle und vielleicht noch Windenergie und Wasserkraft denkt, der denkt zu kurz. Vor allem Biomethan und „grüne Gase”, werden laut Ralf Biehl in der Energiewende eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel als Speichermedium für regenerativ gewonnene Energie oder auch in der chemischen Industrie, im Wärmemarkt und im Verkehr. Die bmp greengas, ein Tochterunternehmen von Erdgas Südwest, treibt als einer der größten Biomethanhändler Deutschlands dieses Thema proaktiv voran. Wie wichtig dabei gut ausgebaute und gepflegte Gasnetze sein werden, das erläuterte Stefan Weis von der Netze Südwest.

„Der Austausch zwischen Kommunen und Unternehmen ist enorm wichtig. Im Voneinander-Lernen steckt der Schlüssel zu einer Energiewende, die nicht nur von wenigen gestemmt, sondern von allen gemeinsam getragen wird”, resümiert Ralf Biehl den Erfolg des Gemeindedialogs.