30.08.2018

„Grüne Gase“ - aus der Region

SZ- Leser erfahren viel Wissenswertes über eine Biogas-Anlage

Seit zehn Jahren betreibt die Erdgas Südwest GmbH eine Biogasaufbereitungsanlage zur Einspeisung von Biogas und Biomethan ins Erdgasnetz. Gestern öffnete die Bioenergie Laupheim GmbH & Co KG als Partner des Energie-Dienstleisters ihre Pforten und ermöglichte 20 SZ-Lesern einen spannenden Einblick in dieAnlage an der Straße nach Walpertshofen. Die Besucher aus der Region hatten sich an der Sommeraktion „SZ öffnet Türen“ beteiligt.

Das Thermometer hatte schon deutlich die 20-Grad-Marke übersprungen, als sich die erwartungsvollen SZ-Leser und Abonnenten pünktlich vor Ort einfanden. Auf dem Betriebsgelände war schon einiges los, im Minutentakt fuhren schwere Traktoren mit Mais randvoll beladenen Anhängern zum Wägen und Abladen vor.

Im Vortragsraum des Unternehmens begrüßte indessen Agrarwissenschaftler Julian Frey die Gäste und erklärte, Erdgas Südwest habe sich zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit diversen Partnern Privat- Haushalte, Unternehmen und Kommunen mit umweltfreundlicher und bezahlbarer Energie zu versorgen.

Ein besonderer Fokus liege auf den sogenannten „grünen Gasen“. Mit ihnen wolle man für die jetzige und die nachfolgenden Generationen „natürlich Zukunft schaffen“. Erdgas Südwest nutzt bei der Energieerzeugung erneuerbare Ressourcen wie eben Mais und schnell wachsende Getreidesorten, aber auch Gülle gemäß dem Leitgedanken „aus der Region - für die Region".

Die erfolgreiche Kooperation mit der Bioenergie Laupheim mit 24 Gesellschaftern, untermauerte der Agrarwissenschaftler Frey. Der Betrieb der Biogasanlage erfolgt im Wechsel durch zwei Landwirte der BLG. Im Besitz der BGL sind zirka 1100 Hektar Fläche. Im September/Oktober werden zirka 25 000 Tonnen Mais angeliefert, wobei die entfernteste Anbaufläche nur 15 Kilometer weit weg von der Anlage ist. Trotz der nicht zu umgehenden Fachbegriffe gelang es dem Referenten ausgezeichnet, das doch komplexe Thema der Biogas- und Biomethanerzeugung zur Einspeisung ins Erdgasnetz den Hörern verständlich zu machen. Zahlreiche allgemein interessierende Fragen der Exkursteilnehmer wurden von Frey eingehend beantwortet.

Und was bislang noch nicht angesprochen worden war, sorgte beim anschließenden Rundgang übers Betriebsgelände und der Anlagen nochmals für ein lebhaftes Frageund Antwortspiel. Bei der Besichtigung der Fermenter, Nachgärer und der Versorgungstunnels mit den groß dimensionierten Leitungsrohren, aber auch der Aufbereitungsanlage samt Entschwellungsbehälter, Rohgasspeicher, Produktspeicher und etlicher Nebenaggregate, zeigten sich die SZ-Leser schwer beeindruckt. Sie lernten schnell, dass Energiegewinnung aus erneuerbaren Ressourcen die Produktion von CO2-neutraler Energie in Form von Wärme und Strom ermöglicht. Gefallen hat den Besuchern auch die im Außenbereich der Anlage angelegte Blühoase als Lebensraum für Bienen, Hummeln und andere Insekten.

Quelle: Schwäbische Zeitung, Kurt Kiechle