08.10.2018

Expertentisch: Blumenmischung für Wildbiene und Co

Zukunft „Blühoase“: jetzt Boden vorbereiten

Riedlingen – Vielerorts in Oberschwaben und Nordbaden konnte man sie finden: bunte Blühfächen, die kleinen Nützlingen wie der Wildbiene einen Lebensraum und Nahrung bieten. Dieses Jahr hat der regionale Energiedienstleister Erdgas Südwest wieder  bienenfreundliches Saatgut und 30000 Samentütchen verteilt. Ein-, zwei- oder doch mehrjährig in Zukunft? Diese Frage haben sich nun die Kooperationspartner „BlühOase“ gestellt.

Die Farben der Blüten leuchten in der strahlenden Herbstsonne. Mittendrin auf der Versuchsfläche des Saatguthändlers Hartmut Fetzer haben sich die Kooperationspartner „BlühOase“ getroffen, um über die künftige Zusammensetzung des Saatguts zu diskutieren. Bisher handelt es sich bei dem von Erdgas Südwest zur Verfügung gestellten Samen um eine Mischung von einjährigen Blumen. Nachdem der Samenexperte Fetzer die Vor- und Nachteile von ein-, zwei- oder mehrjährigen Samenmischungen informiert hatte, waren sich Imker, Gärtner, Kommunal- und Unternehmensvertreter einig: es bleibt vorerst bei der einjährigen Blühmischung.

Einer der Hauptgründe ist, dass die Blühoase den Bienen und anderen Nützlingen bis in den Spätsommer und Herbst hinein ein konstantes Nahrungsangebot bieten soll. Das gewährleistet die bisherige einjährige Mischung. Das wiegt den Nachteil auf, dass die Samen jedes Jahr neu gesät werden müssen und dies einer gründlichen Bodenvorbereitung bedarf.

Um die Blühoase über mehrere Jahre auf der gleichen Fläche in voller Pracht zu halten, sollte einiges beachtet werden. Auch für Privatpersonen können diese Tipps hilfreich sein, da die Partner allein in diesem Jahr rund 30 000 Saatguttüten zur Förderung der Biodiversität verteilt haben. Die Grundlage für eine schöne „Augen- und Bienenweide“ lege man laut Fetzer bereits im Herbst. Die Fläche müsse abgemäht und umgegraben werden, noch vor dem ersten Frost. Etwa vier Wochen vor der Aussaat empfiehlt der Saatgutexperte eine flache Bodenbearbeitung. Wiederum vier Wochen nach der Aussaat solle die Fläche zudem von Hand bearbeitet werden, um ungewollte Unkräuter zu entfernen. Denn beim Umgraben würden oftmals Samen von Unkräutern, welche bisher in tieferen Erdschichten konserviert waren, durch die neue Lage zum Keimen gebracht.

Die Samenmischung der Blühoase ist ein Gemeinschaftsprojekt: Samen-Fetzer, Alexander Guth vom Württembergischen Imkerverband und der regionale Energiedienstleister haben das Projekt Blühoase ins Leben gerufen, um in der Region die Artenvielfalt zu unterstützen und heimischen Nützlingen Lebensraum und Nahrung zu bieten. Vor allem für die gefährdeten Wildbienen, die keine weiten Strecken zurücklegen können, sind diese bunten Inseln überlebenswichtig.